Teleste Oyj Aktie: Gewinnsprung geglückt

Der finnische Netzwerkausrüster Teleste Oyj meldet einen deutlichen Gewinnsprung, treibt die Expansion in Nordamerika voran und schlägt eine höhere Dividende vor.

Teleste Oyj Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinn je Aktie von Minus auf Plus gewendet
  • Nordamerika wird zum starken Umsatzwachstumstreiber
  • Dividendenvorschlag mehr als verdoppelt
  • Solide Bilanz und positiver operativer Cashflow

Die finnische Teleste Oyj hat am Donnerstag ein beeindruckendes Comeback abgeliefert. Der Netzwerkausrüster steigerte den Gewinn je Aktie von minus 0,32 Euro im Vorjahr auf plus 0,15 Euro. Bei einem Umsatz von 138,6 Millionen Euro – ein Plus von 4,6 Prozent – kletterte das bereinigte Betriebsergebnis um satte 69,7 Prozent auf 7,1 Millionen Euro. Die Aktie eröffnete am Donnerstag mit einem leichten Minus von 0,78 Prozent.

Besonders erfreulich: Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 0,08 Euro je Aktie vor, nachdem 2025 nur 0,03 Euro ausgeschüttet wurden. Die Zahlung soll in zwei Tranchen erfolgen – eine im dritten Quartal 2026, die zweite spätestens im ersten Quartal 2027.

Nordamerika wird zum Wachstumstreiber

Der Durchbruch kam aus Übersee. Während 2024 nur 15 Prozent des Umsatzes aus Nordamerika stammten, waren es 2025 bereits 25 Prozent auf Konzernebene. Im Segment Broadband Networks, das Netztechnologie für Kabelnetzbetreiber liefert, erreichte der Anteil sogar 30 Prozent.

Die Kundenliste liest sich mittlerweile wie das Who’s who der nordamerikanischen Kabelbranche. Neben dem langjährigen Großkunden Cox Communications, der allerdings derzeit von Charter Communications übernommen wird, beliefert Teleste inzwischen rund 20 Betreiber. Der größte Coup: Im Dezember sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag von Rogers, Kanadas größtem Kabelnetzbetreiber mit rund fünf bis sechs Millionen Festnetzanschlüssen. Die Finnen sind dort einer von nur zwei Lieferanten für den landesweiten Netzausbau.

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CEO Esa Harju zeigte sich im Analystengespräch optimistisch, auch nach Abschluss der Cox-Charter-Fusion gute Chancen zu haben. Charter sei deutlich größer als Cox und stehe erst am Anfang seiner DOCSIS 4.0-Netzmodernisierung. „Wir sehen das eher als Chance“, sagte Harju.

Europa bleibt das Fundament

Trotz der Nordamerika-Offensive generierte Teleste 70 Prozent seines Broadband-Umsatzes weiterhin in Europa. Hier ist das Unternehmen klarer Marktführer und will seinen Vorsprung ausbauen. In den Niederlanden läuft die Belieferung von Vodafone Ziggo mit DOCSIS 4.0-Technik auf Hochtouren. Für 2026 stehen Belgien, die Schweiz und Österreich auf der Liste.

Das zweite Standbein Public Safety and Mobility, das Informations- und Sicherheitssysteme für öffentliche Verkehrsmittel liefert, zog ebenfalls an. Umsatz und Betriebsgewinn kletterten deutlich. Ende Januar meldete Teleste Rahmenverträge mit den französischen und belgischen Staatsbahnen für die Lieferung von Bahnhofsanzeigen über mehrere Jahre.

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Ausblick mit Unsicherheiten

Für 2026 peilt Teleste einen Umsatz zwischen 140 und 160 Millionen Euro an, das bereinigte Betriebsergebnis soll auf 7 bis 10 Millionen Euro steigen. Der Gewinn dürfte dabei im zweiten Halbjahr stärker ausfallen. CFO Mervi Kerkelä-Hiltunen verwies auf mögliche Risiken durch Zölle und Wechselkursschwankungen. Um sich gegen US-Zölle abzusichern, verlagert Teleste Teile der Broadband-Produktion nach Mexiko, um vom USMCA-Freihandelsabkommen zu profitieren.

Die Bilanz wurde spürbar solider. Die Nettoverschuldung sank von 52 Prozent Ende 2023 auf 34 Prozent. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 47,6 Prozent. Fünf Quartale in Folge generierte das Unternehmen einen positiven operativen Cashflow – 2025 insgesamt 12,9 Millionen Euro.

Mit rund 630 Mitarbeitern bleibt Teleste ein überschaubarer Player, der sich aber geschickt in lukrativen Nischen positioniert hat. Die DOCSIS 4.0-Technologie für Gigabit-Kabelnetze und die Spezialisierung auf Bahntechnik verschaffen dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile. Ob sich die Nordamerika-Wette langfristig auszahlt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich die Operator-Konsolidierung entwickelt und ob Teleste seinen Marktanteil bei Charter halten oder ausbauen kann.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.