Während Tesla-Chef Elon Musk beim Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping im Weißen Haus als Gast erwartet wird, holt ein europäischer Bericht das Unternehmen auf den Boden der Praxistests zurück. Eine belgische Verkehrssicherheitsorganisation attestiert dem Fahrassistenzsystem FSD systematische Schwächen bei der Geschwindigkeitserkennung.
Belgischer Test zeigt Tempoverstöße
Die Organisation Johanna.be hat das System über drei Testtage im Juli auf rund 400 Kilometern in und um Brüssel geprüft. Ergebnis: In Tempo-30-Zonen fuhr das Fahrzeug im Schnitt 44 Kilometer pro Stunde. Zusätzlich zeigte das Display in einem Großteil der geprüften Streckenabschnitte ein falsches Limit von 50 statt 30 Kilometern pro Stunde an, obwohl die korrekten Schilder am Straßenrand erkannt wurden.
Die Tester dokumentierten zudem Überholmanöver an Radfahrern auf Straßen, wo dies untersagt ist. Positiv fiel dem Bericht zufolge auf, dass sich das System gegenüber Fußgängern und Radfahrern vorausschauend verhielt — dies gleiche die dokumentierten Regelverstöße aber nicht aus.
Die niederländische Zulassungsbehörde RDW hatte FSD im April freigegeben, Belgien folgte. Eine EU-weite Abstimmung über die Zulassung könnte am 6. Oktober erfolgen. Mehrere EU-Staaten, darunter Schweden, hatten bereits zuvor Bedenken wegen Tempoüberschreitungen geäußert.
Robotaxi-Bewertung unter Druck
Der belgische Befund reiht sich in eine Serie von Rückschlägen für Teslas autonome Fahrzeugstrategie ein. Der Cybercab-Launch Anfang September in Austin fiel ohne Musk und ohne den angekündigten Livestream deutlich schwächer aus als erwartet — die Aktie reagierte mit Kursverlusten.
Die US-Verkehrsbehörde NHTSA prüft parallel die Selbstzertifizierung von rund 1.000 Cybercab-Fahrzeugen, während zum Marktstart erst 45 Fahrzeuge in Texas registriert waren. Zum Vergleich: Alphabet-Tochter Waymo kommt bereits auf mehr als 500.000 vollautonome Fahrten pro Woche.
Belastend wirkt auch das klassische Fahrzeuggeschäft. Chinas Marktaufsicht ordnete Ende August einen Rückruf von rund 2,98 Millionen Fahrzeugen wegen unzureichend erkennbarer Notentriegelungsgriffe an, während die Einzelhandelsverkäufe in China im August um 12,4 Prozent zurückgingen.
Am Kapitalmarkt bleibt die Stimmung entsprechend verhalten. Barclays-Analyst Dan Levy stufte die Aktie zuletzt mit „Hold“ bei einem Kursziel von 370 US-Dollar ein, Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan siedeln ihre Ziele zwischen 360 und 445 US-Dollar an. Der Analystenkonsens aus 25 Einschätzungen liegt bei 388,85 US-Dollar.
Der Auslieferungsbericht für das dritte Quartal steht Anfang Oktober an — im Vorjahresquartal hatte Tesla 497.099 Fahrzeuge ausgeliefert. Er dürfte zeigen, wie stark Rückruf und schwächelnde China-Nachfrage das Kerngeschäft belasten, während die EU-Abstimmung über FSD Anfang Oktober zusätzlich über die regulatorische Zukunft des Assistenzsystems in Europa entscheidet.
Tesla-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tesla-Analyse vom 24. September liefert die Antwort:
Die neusten Tesla-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Tesla: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

