Tesla verliert einen bedeutenden Teil seines europäischen Emissionshandels-Geschäfts. Laut einer EU-Regulierungsmeldung vom 27. Februar 2026 sind mehrere Großkonzerne nicht mehr in Teslas CO₂-Pool für 2026 gelistet – darunter Stellantis, Toyota und Subaru. Was auf den ersten Blick nach einem Rückschlag aussieht, könnte aber vor allem eines bedeuten: Die traditionellen Autobauer brauchen Tesla schlicht nicht mehr.
Das Geschäft mit den CO₂-Credits
Das Prinzip ist simpel: Die EU erlaubt Herstellern, ihre Flotten zu einem gemeinsamen Pool zusammenzuschließen, um die strengen CO₂-Grenzwerte gemeinsam zu erfüllen. Tesla produziert ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge und sammelt dadurch Überschüsse an Regulierungs-Credits. Diese verkauft das Unternehmen an Hersteller, die über den Limits liegen. 2025 nahm Tesla auf diese Weise weltweit knapp 2 Milliarden Dollar ein.
Im vergangenen Jahr waren noch Stellantis, Toyota, Subaru, Ford und Honda Teil von Teslas EU-Pool. Für 2026 fehlen nun die drei erstgenannten Namen. Der wahrscheinlichste Grund: Die etablierten Hersteller haben ihre eigene Elektro- und Hybrid-Produktion so weit hochgefahren, dass sie keine teuren Credits mehr zukaufen müssen.
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Europäische Verkaufszahlen unter Druck
Die Abkehr der Partner fällt zeitlich mit einer schwachen Performance Teslas in Europa zusammen. Zwar stiegen die Neuzulassungen in 15 wichtigen Märkten im Februar 2026 um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – allerdings war das Vergleichsniveau Anfang 2025 historisch schwach. Über die ersten zwei Monate 2026 gerechnet liegen die Zahlen praktisch auf Vorjahresniveau.
Parallel dazu gibt es Bewegung in der Gigafactory Berlin. Bei der jüngsten Betriebsratswahl verlor die Gewerkschaft IG Metall deutlich an Einfluss. Ihr Anteil sank von knapp 40 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 31 Prozent. Eine Liste namens „Giga United“ erhielt über 40 Prozent der Stimmen.
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Fokus auf autonomes Fahren
Tesla konzentriert sich derweil auf den Ausbau seiner Selbstfahr-Technologie. Für 2026 ist der Start des Full Self-Driving-Systems in Japan geplant, nachdem dort 2025 erste Testfahrten stattfanden. In den USA reagierte das Unternehmen auf regulatorische Bedenken und benannte die Funktion „Navigate on Autopilot“ in „Navigate on Autosteer“ um.
Der Wegfall großer Partner im Emissionshandel dürfte Teslas Einnahmen aus diesem Segment belasten. Ob das Unternehmen diesen Verlust durch höhere Fahrzeugverkäufe in Europa kompensieren kann, bleibt offen – die bisherigen Zulassungszahlen lassen daran zweifeln.
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