Tesla kämpft gleichzeitig um regulatorische Anerkennung in Europa und verteidigt sich gegen wachsenden Druck der US-Behörden. Während in den Niederlanden ein Meilenstein für das Fahrassistenzsystem FSD näher rückt, weitet die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ihre Untersuchung aus. Und im Hintergrund bröckelt das Kerngeschäft.
Niederlande: Erster FSD-Markt in Europa?
Der 10. April gilt als nächstes Datum, auf das Tesla in Europa hinarbeitet. Die niederländische Zulassungsbehörde RDW prüft derzeit die eingereichten Unterlagen für eine Genehmigung von FSD (Supervised) — dem Fahrassistenzsystem, das Tesla als zentralen Wachstumstreiber positioniert. Tesla hat nach eigenen Angaben mehr als 1,6 Millionen Kilometer FSD-Tests auf EU-Straßen absolviert und Dokumentation für über 400 Anforderungen eingereicht.
Allerdings hat Tesla in Europa noch keinen einzigen selbst gesetzten FSD-Termin eingehalten. Der ursprüngliche Zieltermin war der 20. März — der ist bereits verstrichen. Zudem hatte die RDW Ende 2025 klargestellt, dass sie lediglich einen Prüfplan festgelegt habe, keine Genehmigungszusage. Selbst bei einem positiven Bescheid am 10. April gilt die Zulassung zunächst nur für die Niederlande; Deutschland, Frankreich und andere EU-Staaten führen eigene Zertifizierungsverfahren durch.
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NHTSA verschärft den Druck
In den USA bewegt sich die Regulierung in die entgegengesetzte Richtung. Die NHTSA hat ihre Untersuchung zu Teslas Fahrassistenzsystem auf die Stufe der Engineering Analysis gehoben — den letzten formalen Schritt vor einer möglichen Rückrufanordnung. Im Fokus steht die Frage, ob das System bei eingeschränkten Sichtverhältnissen wie Nebel oder starkem Gegenlicht zuverlässig funktioniert. Betroffen sind mehr als 3,2 Millionen Fahrzeuge aller Modellreihen, neun Unfälle werden mit den beanstandeten Schwächen in Verbindung gebracht, darunter ein tödlicher.
Ein klassischer Werkstattbesuch wäre bei einem softwarebezogenen Rückruf nicht zwingend nötig — Tesla könnte das Problem per Over-the-Air-Update beheben. Ob die NHTSA diesen Weg akzeptiert, ist offen.
Schwache Lieferzahlen, verhaltene Analysten
Zu den regulatorischen Unsicherheiten kommen Signale einer nachlassenden Nachfrage. UBS-Analyst Joseph Spak senkte die Schätzung für die Q1-Auslieferungen auf rund 345.000 Einheiten — ein Rückgang von etwa 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Als Gründe nennt UBS eine schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den USA und China. Barclays bekräftigte zuletzt sein „Equal-weight“-Rating mit einem Kursziel von 360 US-Dollar.
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Der Druck auf die Aktie spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 12 Prozent verloren und notiert spürbar unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts.
Europa als strategische Notwendigkeit
Die Dringlichkeit der FSD-Zulassung erklärt sich auch aus Teslas schwacher Marktposition in Europa. Die Neuzulassungen brachen 2025 um 27,8 Prozent ein, und der Rückgang setzt sich 2026 fort. FSD-Erlöse aus dem europäischen Markt würden nicht nur die Umsatzbasis verbreitern — die gesammelten Fahrdaten aus dem europäischen Straßenverkehr mit seinen spezifischen Kreisverkehren, Verkehrszeichen und Fahrradinfrastruktur wären für die Weiterentwicklung des Systems wertvoll.
Mit den Q1-Auslieferungszahlen und dem April-10-Termin in den Niederlanden stehen in den kommenden Wochen zwei konkrete Wegmarken an, die zeigen werden, ob Teslas autonomes Fahren als Wachstumsgeschichte trägt — oder ob die Rückschläge im Kerngeschäft zunächst dominieren.
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