Tesla, DAX & Norwegen: Wenn Absatzzahlen enttäuschen – während Europas E-Auto-Vorreiter jubelt

Tesla verzeichnet deutliche Absatzrückgänge, während der DAX positiv ins Jahr startet und Norwegen mit einer E-Auto-Quote von 96% Maßstäbe setzt. Der Artikel beleuchtet die gegensätzlichen Entwicklungen.

Tesla, DAX & Norwegen: Wenn Absatzzahlen enttäuschen – während Europas E-Auto-Vorreiter jubelt
Kurz & knapp:
  • Tesla-Auslieferungen sinken um 15,6 Prozent
  • DAX steigt zum Jahresauftakt um 0,2 Prozent
  • Norwegen erreicht 96 Prozent E-Auto-Quote
  • Stahl- und Halbleiteraktien zeigen starke Zuwächse

Liebe Leserinnen und Leser,

418.227 Fahrzeuge – so viele Autos lieferte Tesla im vierten Quartal aus. Ein Minus von 15,6 Prozent im Jahresvergleich. Während Elon Musk die Zukunft in Robotaxis und humanoiden Robotern sieht, fragen sich Anleger: Ist das Kerngeschäft noch zu retten? Gleichzeitig startet der DAX überraschend stark ins neue Jahr, deutsche Stahlwerte erleben eine Renaissance – und in Norwegen zeigt sich, wie E-Mobilität tatsächlich funktionieren kann. Ein erster Handelstag 2026, der bereits die Widersprüche des Jahres offenlegt.

Tesla-Realität: Absturz im Autogeschäft, Hoffnung in der Zukunft

Die Zahlen sind ernüchternd. Tesla hat im vierten Quartal deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet – Analysten rechneten mit rund 440.900 Einheiten, Tesla selbst hatte sogar nur 422.850 prognostiziert. Mit 418.227 ausgelieferten Autos verfehlte der E-Auto-Pionier beide Marken. Für das Gesamtjahr 2025 bedeutet das: 1,64 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum zweiten Mal in Folge schrumpft Teslas Absatz.

Der Hauptgrund liegt auf der Hand: Ende September ließ US-Präsident Donald Trump die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar für E-Autos auslaufen. Im dritten Quartal hatten viele Käufer noch die Prämie mitgenommen – die Auslieferungen schnellten um 7,4 Prozent nach oben. Jetzt folgt der Kater. Hinzu kommt: Die Konkurrenz aus China schläft nicht. BYD erreichte 2025 sein Absatzziel von 4,6 Millionen Fahrzeugen, darunter 2,3 Millionen reine E-Autos – ein Plus von 28 Prozent. Damit dürfte BYD Tesla als weltgrößten E-Autobauer überholt haben.

Doch Musk spielt die Bedeutung des Autoverkaufs längst herunter. Seine Vision: selbstfahrende Robotaxis und humanoide Roboter. Tesla hat bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in Austin im Einsatz, meist mit Aufpassern im Beifahrersitz. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt dagegen bereits über 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten. Ob Musks Wette auf Kameras statt Laser-Radare aufgeht, bleibt umstritten – Konkurrenten und Experten zweifeln an Verlässlichkeit und Sicherheit.

Trotzdem setzen Anleger auf Musk. Die Tesla-Aktie startete mit einem Plus von rund 1,1 Prozent ins Jahr, nachdem sie 2025 immerhin elf Prozent zugelegt hatte. Das Riesen-Vergütungspaket für Musk – bei Erreichen bestimmter Meilensteine bis zu eine Billion Dollar wert – soll ihn bei der Stange halten. Und dann wäre da noch SpaceX: Der Raumfahrtkonzern soll 2026 an die Börse gehen, anvisiert wird eine Bewertung von über einer Billion Dollar. Musks Vermögen? Aktuell über 600 Milliarden Dollar – Weltrekord.

DAX startet stark, Stahlwerte glänzen – und Aixtron profitiert vom KI-Hype

Der deutsche Leitindex legte zum Jahresauftakt 0,2 Prozent zu und schloss bei 24.539 Punkten. Kein spektakulärer Sprung, aber ein solider Start nach einem Jahr, in dem der DAX 23 Prozent gewonnen hatte. Besonders auffällig: Versorgertitel wie RWE (+3,2 Prozent) und Eon (+2,0 Prozent) sowie Siemens Energy (+2,0 Prozent) profitierten von gestiegenen Erdgaspreisen. Kaltes Wetter auf dem gesamten Kontinent treibt die Nachfrage – und die Kurse.

Auch Autowerte waren gesucht. VW kletterte um 2,8 Prozent, Mercedes-Benz um 3,1 Prozent. DAX-Tagessieger war MTU Aero mit einem Plus von 4,8 Prozent. Auf der Verliererseite: SAP mit einem Abschlag von 3,0 Prozent sowie die Versicherer Munich Re und Hannover Rück mit Verlusten bis 3,9 Prozent.

Im MDAX und SDAX ging es noch dynamischer zu. Aixtron schoss um 13,2 Prozent nach oben, Suss Microtec gewann 4,3 Prozent. Der Grund: gute Vorgaben aus Asien, wo Samsung mit optimistischen Aussagen zu neuen Chip-Generationen für Furore sorgte. Der KI-Hype ist zurück – und deutsche Halbleiter-Zulieferer profitieren mit.

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Überraschend stark: Stahlaktien. Thyssenkrupp legte 4,8 Prozent zu, Salzgitter sogar 11,5 Prozent. Salzgitter hatte 2025 bereits 153 Prozent gewonnen und es auf den dritten Platz im SDAX geschafft. Die Hoffnung: eine Belebung der deutschen Wirtschaft, Schutzmaßnahmen der EU gegen Billigstahl aus China – und bei Salzgitter auch die Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis, der von der hohen Nachfrage nach Industriemetallen profitiert und direkt zum Jahresstart ein neues Rekordhoch erreichte.

Norwegen zeigt, wie E-Mobilität funktioniert – Deutschland hinkt hinterher

Fast jeder 2025 in Norwegen neu zugelassene Pkw war ein Elektroauto. 95,9 Prozent der Neuzulassungen hatten einen E-Antrieb, nur ein Prozent waren Diesel, 0,3 Prozent Benziner. Erstmals übertraf der Anteil der E-Autos am gesamten Pkw-Bestand mit 32,5 Prozent den der Dieselfahrzeuge (31 Prozent). Die beliebteste Marke? Tesla – fast jeder fünfte Neuwagen war ein Tesla. VW lag mit 13 Prozent auf Platz zwei.

Deutschland ist von solchen Zahlen weit entfernt. Von Januar bis November machten reine E-Autos nur 18,8 Prozent der Neuzulassungen aus. Der Anteil am gesamten Fahrzeugbestand liegt bei rund vier Prozent. Norwegen fördert E-Autos seit Jahren massiv – steuerlich, durch Parkplätze, Ladestationen und andere Vorteile. Ein Grund für den Rekord 2025: Viele Käufer schlugen noch zu, bevor der Steuerfreibetrag beim E-Auto-Kauf zum Jahresbeginn deutlich gesenkt wurde.

Die Zahlen zeigen: E-Mobilität funktioniert – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. In Deutschland fehlt es an beidem: konsequenter Förderung und flächendeckender Infrastruktur. Solange sich das nicht ändert, bleibt der E-Auto-Boom eine norwegische Erfolgsgeschichte.

Halbleiter-Hoffnung und Rüstungs-Rallye

Die guten Nachrichten aus Südkorea setzten sich fort. Samsung-Aktien kletterten auf ein Rekordhoch, nachdem Co-Chef Jun Young Hyun lobende Reaktionen auf neue Halbleiter des HBM-4-Standards erwähnt hatte. Die Hoffnung: Samsung könnte vor einer Vereinbarung mit Nvidia über Lieferungen stehen. Das befeuerte nicht nur Samsung, sondern auch europäische Halbleiter-Zulieferer wie Aixtron und ASML (+3,8 Prozent).

Rüstungswerte blieben ebenfalls gefragt. Airbus gewann 2,6 Prozent, Rheinmetall 1,9 Prozent, Thales 1,7 Prozent. Der Trend aus 2025 – steigende Verteidigungsausgaben treiben die Kurse – setzt sich fort. Die Entscheidung über das deutsch-französische Luftkampfsystem FCAS wurde erneut vertagt, doch das bremste die Rallye nicht.

Was jetzt kommt

Die kommende Woche bringt wichtige Konjunkturdaten: Am Montag steht der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA an, außerdem beginnt die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Dort werden Nvidia, LG und Bosch ihre neuesten Entwicklungen präsentieren – KI, Robotik und autonomes Fahren im Fokus.

Für Tesla wird entscheidend sein, ob die Aktie die 450-Dollar-Marke verteidigen kann – oder ob die schwachen Absatzzahlen doch noch nachhaltig belasten. Der DAX hat sich mit dem Jahresauftakt gut positioniert, doch die Frage bleibt: Reicht die operative Stärke, um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen? Und in Norwegen? Dort läuft die E-Mobilität einfach weiter – mit oder ohne Tesla.

Einen erfolgreichen Start ins Börsenjahr 2026 wünscht Ihnen

Andreas Sommer

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