Irland modernisiert seine militärische Luftraumüberwachung und greift dabei auf Technologie des französischen Technologie- und Rüstungskonzerns Thales zurück.

Über eine Regierungsvereinbarung zwischen dem irischen Verteidigungsministerium und der französischen Beschaffungsbehörde DGA hat Dublin vier Luftraumüberwachungsradare des Typs GM400 Alpha sowie ein System vom Typ GM200 MM/A bestellt. Die ersten Auslieferungen dieser Radaranlagen sind für das Jahr 2027 vorgesehen.

Der Rüstungsauftrag fällt in eine Phase, in der das Unternehmen an den europäischen Verteidigungsetats partizipiert, während die Aktie an den Finanzmärkten unter Druck geraten ist. Am vergangenen Freitag ging der Titel mit einem leichten Minus von 0,6 Prozent bei 224,10 Euro aus dem Handel. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Kursrückgang bereits auf 5,4 Prozent.

Technologieschub gegen Cyberrisiken durch künstliche Intelligenz

Parallel zum Verteidigungsbereich treibt Thales den Ausbau seiner Sparte für digitale Sicherheit voran. Auf dem konzerneigenen Cyber Summit in Paris präsentierte das Unternehmen ein Rahmenwerk, mit dem Betreiber kritischer Infrastrukturen Bedrohungen durch hochmoderne künstliche Intelligenz abwehren sollen.

Das Portfolio wurde zudem um die Plattform CipherTrust Data Security Posture Management erweitert, die der Datenerkennung, Risikoanalyse und dem Schutz vor KI-Gefahren dient.

Mit Sentinel Envelope Plus stellte Thales darüber hinaus eine kostenpflichtige Softwareerweiterung vor. Die Lösung zielt darauf ab, kompilierte Programme gegen KI-gestütztes Reverse Engineering sowie gegen das automatisierte Generieren von Sicherheitslücken abzusichern. Bereits am 28. September hatte der Konzern eine vertiefte Partnerschaft mit Google Cloud gemeldet, um automatisierte Workflows mit KI-Agenten abzusichern und zu kontrollieren.

Analysten korrigieren Kurserwartungen nach unten

Trotz des operativen Vorankommens in der Radar- und Sicherheitstechnik dämpften Marktbeobachter zuletzt überzogene Kurserwartungen. Am 29. September stutzte das Analysehaus Bernstein sein Kursziel für die Thales-Aktie von 290 auf 250 Euro zurück. Die Einstufung behielten die Experten des Hauses jedoch auf „Outperform“.

Im Bereich unbemannter Systeme testet das Unternehmen derweil weitere Einsatzoptionen. Bei Vorführungen für das Nyx-Programm der britischen Streitkräfte demonstrierte Thales gemeinsam mit Partnern die Plattformen Schiebel S-100 und S-300. Nach dem Abschluss dieser Demonstrationen bereiten sich die teilnehmenden Bieter auf die nächste Phase des Beschaffungsverfahrens vor.