Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei The Platform Group klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Umsatz wächst rasant. Die Aktie hingegen notiert knapp über ihrem Jahrestief. Der Grund liegt in einer ausstehenden Übernahme.

Am Freitag schloss das Papier bei 2,58 Euro. Damit hat sich der Wert seit dem 52-Wochen-Hoch mehr als halbiert. Verantwortlich für die Zurückhaltung ist ein strategischer Kurswechsel. Das Management will künftig vor allem Schulden abbauen. Der Irankrieg hat die Logistik- und Zinskosten spürbar nach oben getrieben. Daher drosselt das Unternehmen sein Tempo bei Übernahmen. Für das laufende Jahr plant der Vorstand nur noch fünf bis sechs Zukäufe.

Starkes Quartal, offene Fragen

Operativ läuft das Geschäft rund. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 51 Prozent auf 243,1 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 21,8 Millionen Euro.

Der Nettogewinn gab indes leicht nach. Er fiel auf 17,7 Millionen Euro. Das Management begründet dies mit fehlenden Einmaleffekten aus dem Vorjahr. Dennoch bestätigte der Vorstand die Jahresprognose.

Warten auf das Pharma-Segment

Das eigentliche Sorgenkind ist die geplante Übernahme der AEP GmbH. Der Vollzug dieses Deals verzögert sich. Die Bedingungen des Kaufvertrags sind noch nicht vollständig erfüllt. Das Unternehmen rechnet noch im laufenden Monat Juni mit einem Abschluss.

Das Ziel: ein eigenes Pharma-Segment. Unter einer neuen Dachmarke sollen alle Apothekenaktivitäten gebündelt werden. AEP bringt dabei einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro mit. Ohne diesen Zukauf fehlt der Wachstumsstory ein entscheidender Baustein.

Der Fokus verschiebt sich nun komplett auf die kommenden Wochen. Gelingt der Vollzug der AEP-Übernahme, dürfte das Unternehmen seine Jahresprognose nach oben anpassen. Platzt der Deal, droht der Aktie ein Test des bisherigen Jahrestiefs bei 2,29 Euro.