Starke Zahlen, aber ein massiver Kursverfall. Bei The Platform Group klaffen operative Realität und Börsenwert extrem auseinander. Nach wochenlangem Abverkauf meldet sich die Aktie nun mit einem Kurssprung zurück.
Am Montag kletterte das Papier um 10,84 Prozent auf 1,38 Euro. Damit löst sich der Kurs von seinem erst am Freitag markierten Tiefststand von 1,19 Euro.
Zuvor kannten die Notierungen nur den Weg nach unten. Auf Sicht von 30 Tagen steht weiterhin ein Minus von 54,75 Prozent auf der Kurstafel. Die Schwankungsbreite bleibt extrem. Die annualisierte Volatilität liegt bei gut 134 Prozent.
Vorwürfe belasten den Kurs
Der Absturz der vergangenen Wochen hat einen konkreten Auslöser. Ein Bericht des Manager Magazins verunsicherte die Anleger massiv. Demnach fordern Banken wie die LBBW angeblich Kredite in Millionenhöhe zurück. Parallel dazu prüft die Staatsanwaltschaft Chemnitz mögliche Ermittlungen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Das Management wehrt sich vehement. The Platform Group bezeichnet die Angaben zu Kreditverhältnissen und Steuerschulden als schlicht unzutreffend. Operativ läuft das Geschäft ohnehin robust. Im ersten Quartal stieg das Bruttowarenvolumen um 23 Prozent. Der Umsatz kletterte auf 243,1 Millionen Euro.
Milliarden-Deal auf der Kippe
Nun drängt die Zeit an einer anderen Front. Der Konzern will den Pharmagroßhändler AEP übernehmen. Der Deal könnte den Gesamtumsatz auf zwei Milliarden Euro verdoppeln. Das Bundeskartellamt gab bereits im März grünes Licht.
Allerdings hakt es bei der Finanzierung. Das Paket aus Eigen- und Fremdkapital steht noch nicht abschließend. Die selbst gesetzte Frist für den Abschluss der Transaktion läuft Ende Juni ab. Gelingt der Deal, will der Vorstand die Jahresprognose anheben.
Analysten von First Berlin und NuWays raten weiterhin zum Kauf. Sie haben ihre Kursziele jedoch nach unten angepasst. Die nächsten Tage bringen nun die Entscheidung. Bis Ende Juni muss das Management die Finanzierung der AEP-Übernahme klären. Ein erfolgreicher Abschluss dürfte den aktuellen Rebound stützen. Platzt der Deal, droht der Aktie der nächste Rückschlag.
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