Thyssenkrupp Aktie: Bröckelnde Erfolgsbilanz?

Thyssenkrupp muss eine zentrale Wasserstoff-Ausschreibung stoppen, da die Angebote zu teuer sind. Parallel laufen Restrukturierung und Verkaufsgespräche unter hohem Zeitdruck.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Wasserstoff-Beschaffung für Duisburg ausgesetzt
  • IPO für Materials Services im Herbst 2026 möglich
  • Marinesparte TKMS mit Rekordauftragsbestand
  • Hohe Sonderlasten führen zu Nettoverlust

Thyssenkrupp muss im März gleich mehrere Baustellen parallel managen – und ausgerechnet ein Schlüsselthema für die „Grünstahl“-Strategie gerät ins Stocken. Eine wichtige Wasserstoff-Ausschreibung wurde gestoppt, weil die Angebote teurer ausfielen als kalkuliert. Kann der Konzern den Umbau trotzdem wie geplant vorantreiben?

Grüner Wasserstoff: Ausschreibung auf Eis

Thyssenkrupp Steel wollte per Bieterverfahren grünen Wasserstoff für das Werk in Duisburg beschaffen. Doch die eingereichten Preisangebote lagen nach Konzernangaben „deutlich höher“ als erwartet – zu hoch für wirtschaftlich vertretbare Kalkulationen. Die Ausschreibung wurde deshalb ausgesetzt.

Am Grundsatzprojekt hält der Konzern fest: Die Direktreduktionsanlage (DRI) in Duisburg wird weiter gebaut. Wichtig dabei: Die Anlage kann auch mit Erdgas laufen. Damit ließen sich laut Unternehmen rund 50% der CO₂-Emissionen gegenüber klassischen Hochöfen einsparen. Nur: Für die eigentlich geplante Wasserstoff-Variante drohen unter den aktuellen Marktbedingungen Betriebskosten, die schwer tragbar wären.

Die Folge ist nicht nur operativ, sondern auch politisch: Thyssenkrupp führt Gespräche mit der Bundesregierung und drängt auf Anpassungen beim staatlichen Förderrahmen.

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Konzernumbau: Materials Services unter Zeitdruck

Parallel läuft die umfangreichste Restrukturierung der Konzerngeschichte. Ein Schwerpunkt ist die Handelstochter Materials Services. Für sie prüft Thyssenkrupp mehrere Optionen – Abspaltung, Börsengang oder kompletter Verkauf. Ein IPO wird als Möglichkeit für Herbst 2026 genannt.

Materials Services ist dabei kein Nebenprojekt: Im Geschäftsjahr 2024/25 standen 11,4 Mrd. Euro Umsatz und mehr als 15.000 Beschäftigte zu Buche. Entscheidend ist nun eine konkrete Marke: Bis Ende März soll die Einheit eine operative Verbesserung nachweisen. Diese Messlatte gilt als Voraussetzung, um die nächsten Portfolioschritte im Jahresverlauf zu konkretisieren.

Steel-Verkauf und TKMS als Stütze

Bei Steel Europe laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International, inklusive umfassender Due Diligence. In den vergangenen Monaten wurden zudem wichtige Meilensteine gemeldet: ein Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung (Dezember 2025) und ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft von HKM (Februar 2026). Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.

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Stabiler wirkt im Portfolio die Marinesparte TKMS. Die seit Oktober 2025 eigenständig börsennotierte Einheit (Thyssenkrupp hält 51%) meldete zum 31. Dezember 2025 einen Rekordauftragsbestand von 18,7 Mrd. Euro, inklusive des größten Torpedoauftrags der Unternehmensgeschichte für die Deutsche Marine.

Zahlen, Kurs und nächste Termine

Im 1. Quartal 2025/2026 sank der Umsatz um 8% auf 7,2 Mrd. Euro, während das bereinigte EBIT um 10% auf 211 Mio. Euro stieg. Gleichzeitig drückten hohe Sonderlasten: Allein bei Steel Europe fielen Restrukturierungskosten von 401 Mio. Euro an, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 334 Mio. Euro.

An der Börse bleibt die Lage angespannt: Trotz eines positiven Tages (+2,49% auf 9,78 Euro) steht im Wochenvergleich ein Minus von 6,61%. Zudem notiert die Aktie unter dem 50-Tage-Durchschnitt (10,72 Euro) – ein Signal, dass viele Anleger den Fortschritt des Umbaus erst noch bestätigt sehen wollen.

Der nächste harte Prüfstein ist terminiert: Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Dann dürfte der Markt vor allem auf drei Punkte schauen – den Stand der Jindal-Verhandlungen, die bis Ende März geforderte operative Verbesserung bei Materials Services und die planmäßige HKM-Übertragung zum 1. Juni 2026.

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Diskussion zu Thyssenkrupp

Über Dieter Jaworski 1705 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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