Brüssel liefert, was Thyssenkrupp dringend braucht: Schutz vor Billigstahl. Eine EU-Einigung begrenzt künftig die zollfreie Stahleinfuhr drastisch — und schickt die Aktie auf Erholungskurs. Das operative Problem ist damit aber nicht gelöst.
Neue Importregeln treffen den Kern
In der Nacht zum 14. April einigten sich EU-Mitgliedstaaten und Parlament auf verschärfte Handelsschutzmaßnahmen. Die zollfreie Einfuhrmenge sinkt auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr — rund 47 Prozent weniger als bisher. Importe darüber hinaus kosten künftig 50 Prozent Strafzoll, doppelt so viel wie zuvor.
Die bisherigen Maßnahmen laufen nach WTO-Regeln Ende Juni aus. Die neuen Quoten sollen dauerhaft gelten. Die formelle Zustimmung von Mitgliedstaaten und Parlament gilt als Formsache.
Für Thyssenkrupp kommt die Entscheidung zu einem kritischen Moment. Laut Unternehmensangaben haben sich die Stahlimporte in die EU seit 2022 verdreifacht und machen mittlerweile mehr als die Hälfte des europäischen Marktvolumens aus.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Produktion in Isbergues steht still
Der Druck zeigt sich konkret: Die Elektrostahlproduktion im französischen Isbergues soll von Juni bis September stillgelegt werden. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen — der französische Staat springt mit Unterstützungsleistungen ein. Insgesamt stehen laut Konzernangaben 1.200 Arbeitsplätze an den Standorten Isbergues und Gelsenkirchen auf dem Spiel. In Gelsenkirchen plant Thyssenkrupp diesmal keinen Produktionsstopp.
Das betroffene Werk stellt kornorientiertes Elektroband her — ein Schlüsselmaterial für Transformatoren und Windkraftanlagen. Ausgerechnet in einem Segment, das für die Energiewende unverzichtbar ist, trifft der Importdruck am härtesten.
Kurs erholt sich, Abstand bleibt groß
Die Börse reagierte prompt. Salzgitter-Aktien stiegen an der MDax-Spitze um sechs Prozent. Thyssenkrupp legte knapp vier Prozent zu und setzt damit eine Erholungsrally fort, die Ende März begann. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 7,15 Euro hat die Aktie gut 21 Prozent gewonnen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Trotzdem notiert der Kurs bei 8,70 Euro noch rund 34 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn liegt das Papier knapp zehn Prozent im Minus.
Zwei Kurstreiber im Mai
Parallel zur Krisenbewältigung baut Thyssenkrupp in Duisburg den ersten Direktreduktionsturm — mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Das CO₂-Einsparpotenzial liegt bei bis zu 3,5 Millionen Tonnen jährlich. Bis 2045 will der Konzern klimaneutral produzieren.
Am 12. Mai erscheint der Halbjahresbericht. Erwartet werden konkrete Updates zu den Gesprächen mit Jindal Steel und zum Stand der EU-Handelsschutzmaßnahmen. Hinzu kommt ein potenzieller Werthebel: Thyssenkrupps verbleibender Anteil von 16,2 Prozent an TK Elevator wird mit bis zu vier Milliarden Euro bewertet. Ein Börsengang oder Direktverkauf in der zweiten Jahreshälfte könnte erhebliches Kapital freisetzen.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 17. April liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

