Thyssenkrupp verliert am Dienstag erneut massiv an Boden. Die Aktie sackt auf 9,48 Euro ab – ein Minus von über sechs Prozent. Binnen einer Woche hat das Papier bereits knapp zehn Prozent eingebüßt. Der Konzern steckt mitten im größten Umbau seiner Geschichte: Stahlsparte zum Verkauf, Handelstochter vor der Abspaltung, Restrukturierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Thyssenkrupp grundlegend verändert – sondern ob der Umbau schnell genug gelingt.
Quartalszahlen zeigen das Dilemma
Im ersten Quartal 2025/26 sank der Umsatz um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis stieg zwar um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Doch unterm Strich stand ein Verlust von 334 Millionen Euro – hauptsächlich getrieben durch Restrukturierungsaufwendungen von 401 Millionen Euro. Die Jahresprognose bestätigte der Konzern zwar, doch die Belastungen bleiben enorm.
Materials Services unter Beobachtung
Die Handelssparte Materials Services steht vor der Bewährungsprobe. Bis Ende März muss das Geschäft operative Verbesserungen vorlegen – eine Bedingung für die geplante Verselbstständigung. Mit 11,4 Milliarden Euro Umsatz und über 15.000 Mitarbeitern ist die Sparte alles andere als Nebensache. Laut Insidern prüft Thyssenkrupp mehrere Optionen: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Ein IPO könnte bereits im Herbst 2026 anstehen. Zusätzlich steht eine mögliche Umwandlung in eine KGaA im Raum – ein Konstrukt, das bei künftigen Anteilsverkäufen mehr Kontrolle sichern würde.
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Stahlsparte: Jindal führt Due Diligence durch
Parallel laufen vertrauliche Verhandlungen mit Jindal Steel International über den Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Die umfassende Prüfung der Bücher ist bereits im Gange. Im Dezember 2025 wurde ein Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung geschlossen, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft von HKM. Die HKM-Anteile sollen zum 1. Juni 2026 an Salzgitter übergehen. Dass die Stahlsparte trotz aller Turbulenzen noch liefert, zeigt ein neuer Liefervertrag mit BMW für den iX3 ab 2026.
TKMS als stabiler Anker
Die Marinesparte TKMS bildet einen Lichtblick im Portfolio. Seit Oktober 2025 eigenständig an der Börse notiert und seit Dezember im MDAX gelistet, hält Thyssenkrupp 51 Prozent der Anteile. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 steht die Rüstungstochter solide da – ein Kontrastprogramm zum Rest des Konzerns.
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Branchenschwäche belastet zusätzlich
Der Kursrückgang bei Thyssenkrupp steht nicht isoliert. Salzgitter verliert am Dienstag 4,6 Prozent, voestalpine 6,5 Prozent und ArcelorMittal über acht Prozent. Die europäische Stahlindustrie kämpft mit schwacher Nachfrage und hohen Energiekosten – ein Umfeld, das den Umbau bei Thyssenkrupp zusätzlich erschwert.
Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht. Bis dahin entscheidet sich, ob die Jindal-Verhandlungen vorankommen, ob Materials Services die operative Wende schafft und ob der HKM-Verkauf wie geplant abgeschlossen wird. Die nächsten Wochen dürften richtungsweisend sein.
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