Bei Thyssenkrupp laufen im März gleich mehrere entscheidende Stränge zusammen – und genau diese Gleichzeitigkeit macht Anleger nervös. Es geht um nicht weniger als die künftige Konzernform: Stahl-Verkauf ja oder nein, eine mögliche Trennung von Materials Services und eine Grünstahl-Strategie, die plötzlich teurer wird als geplant. Kann das Management die Transformation schnell genug auf die Schiene setzen?
Am Freitag schloss die Aktie bei 9,23 Euro und verlor am Tag 3,23%. Auf Wochensicht steht ein Minus von 11,82%. Auffällig: Der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,71 Euro – ein Zeichen, dass der Markt den Umbau aktuell eher als Belastung denn als Kurstreiber einpreist.
Stahl-Sparte: Gespräche werden konkret – Grünstahl wird teuer
Im Zentrum steht die Stahlsparte Steel Europe. Thyssenkrupp führt dazu nach eigenen Angaben vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International – und die Due Diligence läuft bereits. Das ist mehr als ein loses Abtasten: Jetzt geht es um belastbare Zahlen, Risiken und konkrete Vertragsdetails.
Parallel wurden wichtige Vorarbeiten abgearbeitet. Dazu zählen ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung (Dezember 2025) sowie ein Term Sheet mit Salzgitter (Februar 2026). Zudem ist die Übertragung der Thyssenkrupp-Anteile an HKM an Salzgitter für den 1. Juni 2026 vorgesehen.
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Ein zusätzlicher Dämpfer kommt aus der Grünstahl-Planung: Thyssenkrupp Steel hat ein Ausschreibungsverfahren für grünen Wasserstoff (gestartet im Februar 2024) pausiert, weil die eingegangenen Angebote laut Unternehmen deutlich höher ausfielen als erwartet. Gleichzeitig hält der Konzern am Kernprojekt fest: Der Bau der Direktreduktionsanlage (DRI) in Duisburg wird weitergeführt.
Operativ soll ein neuer Liefervertrag Stabilität signalisieren: BMW will ab 2026 für den iX3 CO₂-reduzierten bluemint® Recycling Steel in der Serienproduktion nutzen. Thyssenkrupp nennt dafür TÜV-SÜD-verifizierte Einsparungen von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmband.
Materials Services: Ende März wird zur Messlatte
Auch bei Materials Services spitzt sich der Zeitplan zu. Die Sparte ist groß: 11,4 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 15.000 Beschäftigte. Laut Insidern prüft Thyssenkrupp mehrere Wege – Abspaltung, Börsengang oder direkter Verkauf. Ein IPO könnte demnach bereits im Herbst 2026 kommen.
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Entscheidend ist jedoch die kurzfristige Vorgabe: Der nächste Schritt hängt daran, dass Materials Services bis Ende März im laufenden zweiten Geschäftsquartal eine bessere Performance zeigt. Zusätzlich steht eine mögliche Umwandlung in eine KGaA im Raum – ein Modell, das bei Anteilsverkäufen mehr Kontrolle sichern kann.
Zahlen und Termine: Operativ positiv, Umbaukosten dominieren
Im ersten Quartal 2025/26 meldete Thyssenkrupp 7,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro. Gleichzeitig drückten Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe den Konzern auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2025/26 stellt Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro in Aussicht – ebenfalls getrieben durch Restrukturierungsrückstellungen in der Stahlsparte.
Konkrete nächste Fixpunkte für den Markt sind laut Zeitplan:
– Ende März 2026: Performance-Deadline bei Materials Services
– 1. Juni 2026: geplante HKM-Übertragung an Salzgitter
– 12. Mai 2026: Halbjahresbericht – mit Updates zu Jindal-Gesprächen, Materials-Services-Optionen und dem Umbaufortschritt insgesamt
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