Angola, Südkorea, Mexiko — Thyssenkrupp meldet binnen weniger Tage drei Abschlüsse auf drei Kontinenten. Das klingt nach Aufbruch. An der Börse spiegelt sich das bislang kaum wider: Die Aktie notiert mit 8,70 Euro rund 34 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch.
Stahl für Luanda, Technologie für POSCO
In Angola liefert Thyssenkrupp Steel rund 1.000 Tonnen CO₂-reduzierten bluemint® Steel für das Wasserleitungsprojekt Quilonga Grande. Die 105 Kilometer lange Pipeline soll die Trinkwasserversorgung Luandas grundlegend verbessern. Zehn Millionen Einwohner, bislang vielfach auf Tankwagen angewiesen. Der Stahl stammt aus Duisburg und wird in Salzgitter zu spiralgeschweißten Großrohren verarbeitet.
Parallel sichert sich die Ingenieursparte Uhde einen Auftrag beim südkoreanischen Stahlriesen POSCO. Geliefert wird eine neue Koksofenbatterie für das Pohang Steelworks — inklusive der proprietären EnviBAT®-Technologie. Das System regelt den Druck in Einzelkammern intelligent und senkt so die Emissionen im Koksprozess deutlich. Mehr als 2.100 Öfen weltweit laufen bereits damit. Die Partnerschaft mit POSCO besteht seit den 1970er-Jahren.
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Mexiko als dritte Front
Die Werkstoffsparte greift in Nordamerika zu. Thyssenkrupp Materials Services übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an Aceroteca Trading, einem Stahlservice-Center in der Industrieregion Monterrey. Das Timing passt: Internationale Konzerne verlagern gerade Produktion nach Mexiko, um näher am US-Markt zu produzieren. Thyssenkrupp will diesen Nearshoring-Trend als lokaler Materiallieferant bedienen. Finanzielle Details nannte der Konzern nicht.
Kerngeschäft unter Druck
Die drei Abschlüsse überdecken ein strukturelles Problem. Die Importe von kornorientiertem Elektroblech haben sich seit 2022 verdreifacht — allein 2025 nochmals plus 50 Prozent. Asiatische Anbieter kontrollieren inzwischen mehr als die Hälfte des europäischen Marktsegments. Die Folge: Thyssenkrupp legt die Elektroblechproduktion am französischen Standort Isbergues von Juni bis September 2026 still. 1.200 Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich stehen auf dem Spiel.
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Ab Juli 2026 kürzt die EU die zollfreien Stahlimportquoten um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich. Importe darüber werden mit 50 Prozent Schutzzoll belegt. Ob das reicht, um den Margendruck im Kerngeschäft spürbar zu mildern, bleibt offen.
Elevator und Halbjahresbericht als nächste Wegmarken
Zwei Ereignisse rücken näher. Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp seinen Halbjahresbericht vor. Kurz danach fällt die finale EU-Entscheidung zu den Stahlzöllen. Hinzu kommt die Elevator-Beteiligung: Der Konzern hält noch 16,2 Prozent an der ehemaligen Aufzugstochter, die mit bis zu 25 Milliarden Euro bewertet wird. Finanzsponsoren wie Cinven und Advent prüfen Berichten zufolge Exit-Optionen — ein möglicher Verkauf würde erhebliche Mittel freisetzen.
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