Der Rückzug eines Großaktionärs trifft Thyssenkrupp zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Am 13. März reduzierte der französische Asset-Manager Amundi seine Stimmrechtsbeteiligung von 5,22 auf 4,92 Prozent — der Kurs brach an diesem Tag um bis zu zehn Prozent ein. Seither hat sich die Lage nicht erholt: Mit einem neuen 52-Wochen-Tief von 7,79 Euro notiert die Aktie rund 41 Prozent unterhalb des Oktober-Hochs von 13,24 Euro.
Jindal-Deal verliert an Substanz
Der eigentliche Belastungsfaktor sitzt tiefer. Die geplante Veräußerung der Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal Steel & Power galt lange als zentrales Element der Restrukturierung. Laut Insidern schwindet innerhalb der Thyssenkrupp-Führung jedoch zunehmend die Zuversicht, dass eine Einigung noch gelingt.
Das wäre ein erheblicher Rückschlag. Die Stahlsparte kostet den Konzern viel: Im ersten Quartal 2025/26 drückten allein die Restrukturierungskosten bei Steel Europe von 401 Millionen Euro das Konzernergebnis in einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro — trotz eines bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro auf Gruppenebene. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 Millionen und 800 Millionen Euro. Diese Spanne allein zeigt, wie viel Ungewissheit im laufenden Umbau steckt.
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Hinzu kommt: Die Wasserstoffstrategie für das Duisburger Werk stockt. Eingegangene Angebote zur Beschaffung von grünem Wasserstoff lagen laut Unternehmen „deutlich höher“ als erwartet — das Ausschreibungsverfahren wurde pausiert.
TKMS als Gegengewicht
Inmitten der Belastungen liefert die Rüstungstochter Thyssenkrupp Marine Systems einen klaren Kontrapunkt. Seit dem Börsengang im Oktober 2025 hat die TKMS-Aktie rund 50 Prozent zugelegt. Der Auftragsbestand beläuft sich auf 18,7 Milliarden Euro, darunter 12 U-Boote der Klasse 212CD und das F127-Fregattenprogramm der Bundeswehr, bei dem TKMS als Alleinbieter gilt. Thyssenkrupp hält 51 Prozent an der Tochter — derzeit der wertvollste Teil des Portfolios.
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Parallel läuft die Uhr für die Handelssparte Materials Services. Ende März muss sie operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Thyssenkrupp prüft verschiedene Optionen: Börsengang im Herbst 2026, Abspaltung, Verkauf oder Umwandlung in eine KGaA. Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.
Halbjahresbericht als Wegmarke
Den nächsten konkreten Einblick liefert der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026. Marktbeobachter erwarten dann Klarheit über drei offene Punkte: den Verhandlungsstand mit Jindal, die strategische Entscheidung für Materials Services und den Fortschritt beim HKM-Transfer. Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten.
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