Bei Thyssenkrupp spitzt sich der Umbau gleich an mehreren Fronten zu. Während beim Stahlgeschäft die Gespräche mit Jindal in eine entscheidende Phase gehen, hängt über Materials Services eine Deadline bis Ende März. Und ausgerechnet bei der Grünstahl-Strategie bremst jetzt die Kostenrealität.
Am Freitag schloss die Thyssenkrupp-Aktie bei 9,23 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht damit ein Minus von 11,82% zu Buche – und der Kurs liegt klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,71 Euro. Das passt ins Bild: Anleger müssen derzeit mehrere offene Baustellen gleichzeitig bewerten.
Stahlverkauf: Due Diligence läuft – und Kosten drücken
Im Stahlbereich laufen laut Unternehmen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International über Thyssenkrupp Steel Europe. Entscheidend: Die Due Diligence ist bereits im Gange. Das ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr nur um Absichtserklärungen geht, sondern um belastbare Zahlen, Risiken und Vertragsdetails.
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Operativ bleibt die Lage angespannt. Im ersten Quartal 2025/26 kam der Konzern auf 7,2 Milliarden Euro Umsatz und 211 Millionen Euro bereinigtes EBIT. Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe drückten das Ergebnis jedoch auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2025/26 stellt Thyssenkrupp einen signifikanten Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro in Aussicht – ausdrücklich wegen der Umbaukosten in der Stahlsparte. Zudem erwartet der Konzern einen negativen Free Cashflow vor M&A von 300 bis 600 Millionen Euro.
Ein weiterer Dämpfer trifft die „Green Steel“-Erzählung: Thyssenkrupp Steel hat die Ausschreibung zur Beschaffung von grünem Wasserstoff für das Duisburger Werk ausgesetzt. Begründung: Die eingegangenen Angebote lagen deutlich über den Erwartungen und seien wirtschaftlich nicht sinnvoll kalkulierbar gewesen. Der Bau der DRI-Anlage in Duisburg läuft allerdings weiter.
Materials Services: Ende März wird zum Gradmesser
Parallel steht Materials Services vor einer kurzfristigen Bewährungsprobe. Die Handelssparte (11,4 Milliarden Euro Umsatz) soll bis Ende März im laufenden zweiten Geschäftsquartal eine bessere Performance zeigen – daran knüpft das Management den nächsten Schritt im Prozess.
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Auf dem Tisch liegen mehrere Optionen: Abspaltung, Börsengang oder ein kompletter Verkauf. Ein IPO könnte laut Plan bereits im Herbst 2026 erfolgen. Zusätzlich prüft Thyssenkrupp eine Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien – eine Struktur, die bei späteren Anteilsverkäufen mehr Kontrolle ermöglichen kann. Schafft die Sparte die operative Verbesserung bis Ende März, hätte der Konzern mehr Rückenwind für den avisierten Transaktionspfad Richtung 2026.
Nächste Termine: März-Deadline und Halbjahresbericht
Für die Aktie bleibt das Umfeld damit gemischt: Restrukturierung und Verkaufsprozesse können den Umbau beschleunigen, gleichzeitig belasten hohe Umbaukosten und offene Fragen zur Wasserstoff-Beschaffung.
Konkrete Wegmarken sind gesetzt: Bis Ende März muss Materials Services die vom Management geforderte bessere operative Entwicklung liefern. Der nächste feste Berichtstermin ist der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 – bis dahin dürfte auch der Stand der Due Diligence im Stahlprozess ein zentraler Taktgeber bleiben.
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