Bei Thyssenkrupp ballen sich in diesen Tagen gleich mehrere Weichenstellungen: Die Marine-Tochter TKMS geht in ihre erste Hauptversammlung als eigenständiger Börsenwert, die Stahlsparte sichert sich einen Grünstahl-Deal mit BMW – und parallel treibt der Konzern den Umbau Richtung Finanzholding voran. Doch genau dieser Kurs kostet kurzfristig viel Geld und drückt auf die Zahlen.
Die Börse reagiert nervös: Heute verliert die Aktie 3,11% auf 10,43 Euro und rutscht damit unter ihren 50-Tage-Durchschnitt.
TKMS: Erste HV, klare Ambitionen
Am 27. Februar findet in Essen die erste ordentliche Hauptversammlung der TKMS AG & Co. KGaA statt. Die Marinesparte war im Oktober 2025 abgespalten und an die Börse gebracht worden, seit Dezember ist TKMS im MDAX. Thyssenkrupp hält weiterhin 51%.
Vor der HV setzt TKMS-Chef Oliver Burkhard den Ton: Er fordert eine Konsolidierung der europäischen Rüstungsindustrie und sieht TKMS in einer aktiven Rolle. Untermauert wird das Selbstbewusstsein durch den Rekord-Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro (Stand 31. Dezember 2025). Zudem hob TKMS die Umsatzprognose für 2025/2026 an und rechnet nun mit 2 bis 5% Wachstum.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Grünstahl-Deal mit BMW ab 2026
Auch die Stahlsparte liefert eine positive Nachricht: Ab 2026 soll CO₂-reduzierter „bluemint“-Stahl an die BMW Group gehen. Geplant ist der Einsatz unter anderem für Außenhautteile, Interieur-Komponenten und das Batteriegehäuse des BMW iX3. Die CO₂-Reduktion des Produkts „bluemint recycled“ ist laut Mitteilung durch TÜV Süd verifiziert.
Für Thyssenkrupp Steel ist das ein wichtiges Signal in einem Markt, in dem Autobauer als besonders aktive Abnehmer für CO₂-reduzierte Materialien gelten.
Restrukturierung: Operativ besser, unterm Strich rot
Die Quartalszahlen für Q1 2025/2026 (Oktober bis Dezember 2025) zeigen genau diesen Spagat. Der Umsatz sank auf 7,2 Milliarden Euro (minus 8% zum Vorjahr). Gleichzeitig stieg das bereinigte EBIT um 10% auf 211 Millionen Euro, gestützt durch das APEX-Effizienzprogramm.
Unterm Strich blieb jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro hängen. Haupttreiber waren Restrukturierungsaufwendungen bei Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro. Der Free Cashflow vor M&A lag bei minus 1,5 Milliarden Euro. Die Jahresprognose bestätigte der Konzern: bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro, Free Cashflow vor M&A zwischen minus 600 und minus 300 Millionen Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Wie schnell kann sich der Umbau also auch in der Kasse bemerkbar machen? Kurzfristig zeigt das Quartal: Die Einschnitte dominieren noch, obwohl operativ Fortschritte sichtbar werden.
Nächste Schritte: MX und Steel Europe im Fokus
Parallel verdichten sich die nächsten Projekte im Konzernumbau. Reuters zufolge könnte Thyssenkrupp die Materialhandelssparte Materials Services (MX) noch 2026 abspalten, an die Börse bringen oder veräußern; ein IPO sei im Herbst 2026 möglich. Thyssenkrupp bestätigte laut Reuters, MX sei „auf gutem Weg“ zur Kapitalmarktfähigkeit.
Bei Steel Europe laufen zudem die Gespräche über einen möglichen Mehrheitsverkauf an Jindal Steel International weiter. Laut Quartalsbericht steht eine umfassende Due Diligence im Zentrum der vertraulichen Verhandlungen. Außerdem soll der Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter zum 1. Juni 2026 erfolgen.
Am 27. Februar richtet sich der Blick zunächst auf die TKMS-Hauptversammlung – und damit auf eine Sparte, die mit 18,7 Milliarden Euro Auftragsbestand Stabilität ausstrahlt, während der Konzernumbau bei Thyssenkrupp kurzfristig weiter von hohen Restrukturierungskosten überlagert bleibt.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 26. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

