Thyssenkrupp Aktie: Langfristige Planungen

Thyssenkrupp verzeichnet im ersten Quartal einen operativen Gewinnanstieg, doch hohe Restrukturierungskosten für die Stahlsparte führen zu einem Nettoverlust. Die strategische Neuausrichtung schreitet voran.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Norwegens Staatsfonds reduziert direkten Anteil minimal
  • Bereinigtes EBIT steigt trotz Umsatzrückgang
  • Hohe Restrukturierungskosten führen zu Nettoverlust
  • TKMS glänzt mit Rekordauftragsbestand

Die norwegische Staatsholding hat ihren direkten Anteil an Thyssenkrupp Ende Februar minimal reduziert und liegt nun knapp unter der 3-Prozent-Schwelle. Kein dramatischer Schritt – dennoch ein Signal in einer Phase, in der der Essener Konzern seinen teuersten Umbau seit Jahren vorantreibt. Das erste Quartal zeigt: Operativ läuft es besser, doch die Rechnung für die Stahlsanierung ist hoch.

Norwegen verkauft, bleibt aber langfristig dabei

Am 25. Februar rutschte der norwegische Staat bei seinen direkt gehaltenen Stimmrechten unter die Meldeschwelle: 2,99 Prozent statt zuvor 3,01 Prozent. Über Finanzinstrumente kommen weitere 0,28 Prozent hinzu, sodass Norwegen insgesamt 3,26 Prozent kontrolliert. Die Veränderung ist marginal, zeigt aber, dass selbst ein strategischer Langfristinvestor seine Position aktuell leicht justiert.

Operativ aufwärts, bilanziell belastet

Im ersten Quartal 2025/26 sank der Umsatz um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT stieg hingegen um 10 Prozent auf 211 Millionen Euro – ein Hinweis auf verbesserte Margen in einzelnen Sparten. Unter dem Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Haupttreiber: Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe.

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Die Konzernprognose für das Gesamtjahr wurde trotz der Belastungen bestätigt. Der Umbau kostet – und das sichtbar.

TKMS glänzt, Stahl bleibt Baustelle

Die Rüstungstochter TKMS, seit Oktober 2025 börsennotiert und seit Dezember im MDAX vertreten, sitzt auf einem Rekordauftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. Darunter der größte Torpedoauftrag der Unternehmensgeschichte für die Bundeswehr. Thyssenkrupp hält 51 Prozent und sichert sich damit strategischen Einfluss.

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Bei der Stahlsparte laufen parallel mehrere Prozesse: Der Tarifvertrag zur Neuausrichtung steht, die HKM-Anteile sollen zum 1. Juni an Salzgitter gehen. Gleichzeitig verhandelt Thyssenkrupp mit dem indischen Stahlkonzern Jindal über einen möglichen Verkauf von Steel Europe – inklusive laufender Due Diligence. Operativ gibt es Lichtblicke: Ab 2026 liefert die Sparte CO₂-reduzierten Stahl an BMW für den iX3. Die Emissionen liegen bei 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband – 1,35 Tonnen weniger als im konventionellen Verfahren.

Materials Services vor dem Exit

Die nächste Transaktion bahnt sich an: Die Sparte Materials Services mit 11,4 Milliarden Euro Umsatz und über 15.000 Mitarbeitern könnte laut Branchenberichten bereits im Herbst 2026 an die Börse oder verkauft werden. Nach TKMS wäre das der zweite große Schritt zur geplanten Finanzholdingstruktur.

Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht. Bis dahin dürften vor allem die Entwicklungen bei Steel Europe und Materials Services bestimmen, ob die Umbaustrategie Tempo aufnimmt oder weiter stockt.

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Über Dieter Jaworski 1610 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

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