Thyssenkrupp Aktie: Notbremse gezogen!

Thyssenkrupp stoppt die Stahlproduktion an zwei Standorten aufgrund chinesischer Importe. Die Hoffnung liegt nun auf EU-Zöllen und dem geplanten Verkauf der Elevator-Beteiligung.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Stopp der Produktion in Gelsenkirchen und Isbergues
  • Importe aus China haben sich seit 2022 verdreifacht
  • Erwartete EU-Entscheidung zu Schutzzöllen im Sommer
  • Geplanter Exit aus TK Elevator könnte Milliarden bringen

Auf der Düsseldorfer Fachmesse feiert sich Thyssenkrupp in diesen Tagen als grüner Technologie-Vorreiter. Hinter den Kulissen spielt sich zeitgleich ein industrielles Drama ab. Chinesisches Preisdumping zwingt den Konzern zu drastischen Werksschließungen, während die Hoffnungen nun auf Brüssel und einem unerwarteten Geldsegen ruhen.

Zwangspause für die Stahlproduktion

Die harte operative Realität holt den Traditionskonzern ein. Kornorientiertes Elektroband ist für den europäischen Stromnetzausbau eigentlich unverzichtbar. Chinesische Exporte drängen die heimische Produktion jedoch gnadenlos aus dem Markt. Seit 2022 haben sich die Importe verdreifacht. Die Konsequenz ist bitter. Thyssenkrupp schickt die Standorte Gelsenkirchen und Isbergues in die Zwangspause. Das französische Werk steht von Juni bis September sogar komplett still.

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Rund 1.200 Mitarbeiter sind von dieser Maßnahme betroffen. Diese fundamentale Schwäche spiegelt sich auf dem Parkett wider. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 8,39 Euro verbucht das Papier seit Jahresanfang ein Minus von über 13 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von gut 13 Euro verdeutlicht den anhaltenden Abwärtsdruck.

Parallel zu den Hiobsbotschaften aus der Stahlsparte liefert der Anlagenbau dringend benötigte Lichtblicke. Auf der aktuellen Branchenmesse „Tube“ präsentiert das Unternehmen H₂-optimierte Stähle für Wasserstoffpipelines. Auch international punktet die Technologie. Der südkoreanische Partner POSCO E&C beauftragte die Tochter Uhde kürzlich mit der Modernisierung eines Stahlwerks in Pohang. Dort kommt eine proprietäre Technologie zur Emissionssenkung zum Einsatz. Das zeigt das Potenzial der Technologiesparten auf, kompensiert aber nicht den massiven Druck im Kerngeschäft.

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Blick auf die entscheidenden Termine

Anleger fokussieren sich nun auf eine Reihe konkreter Ereignisse und politischer Entscheidungen in den kommenden Monaten:

  • 12. Mai 2026: Vorlage des Halbjahresberichts.
  • Mai/Juni 2026: Erwartete finale EU-Entscheidung zu Stahlzöllen.
  • 1. Juli 2026: Mögliches Inkrafttreten der neuen EU-Schutzzölle (50 Prozent), die das EU-Parlament im Januar beschlossen hat.
  • Zweite Jahreshälfte 2026: Geplanter Börsengang oder Direktverkauf von TK Elevator.

Besonders das Beteiligungsportfolio rückt in den Fokus der Investoren. Thyssenkrupp hält noch 16,2 Prozent an der ehemaligen Aufzugstochter TK Elevator. Ein für Ende des Jahres angepeilter Exit der Haupteigentümer könnte das Unternehmen mit bis zu 25 Milliarden Euro bewerten. Dieser Schritt würde erhebliche Mittel in die klammen Kassen spülen. Geld, das Thyssenkrupp zwingend für den Schuldenabbau und den teuren Umbau zur grünen Stahlproduktion benötigt. Bis die erhofften EU-Zölle greifen und der lukrative Elevator-Deal über die Bühne geht, muss das Management die massiven operativen Verluste im klassischen Stahlgeschäft mit harten Einschnitten eindämmen.

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