Thyssenkrupp Aktie: Notruf aus Gelsenkirchen

Thyssenkrupp ruft die EU-Kommission zu Handelsschutzmaßnahmen auf, da asiatische Billigimporte den Markt fluten und 1.200 Arbeitsplätze gefährden. Die Aktie verliert weiter an Wert.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Importe von Elektroband aus Asien verdreifacht
  • Produktionskürzungen und 1.200 Jobs in Gefahr
  • Henkel nutzt klimafreundlichen bluemint-Stahl
  • Aktie verliert 20 Prozent seit Jahresbeginn

Asiatische Billigimporte fluten den europäischen Markt für kornorientiertes Elektroband — und Thyssenkrupp schlägt Alarm. Das Unternehmen hat die Europäische Kommission heute zu sofortigen Handelsschutzmaßnahmen aufgerufen. Im Hintergrund: verlängerte Produktionskürzungen und rund 1.200 gefährdete Arbeitsplätze.

Verdreifachte Importe, gefährdete Standorte

Seit 2022 haben sich die Importe von Elektroband aus Asien nach Unternehmensangaben verdreifacht — allein 2025 wuchsen sie um weitere 50 Prozent. Das Material ist kein Nischenprodukt: Es steckt in Transformatoren und Stromnetzen und gilt damit als Schlüsselrohstoff der Energiewende. Für viele Stahlerzeugnisse existieren bereits EU-Quotenregelungen, kornorientiertes Elektroband fällt jedoch weitgehend aus diesem Schutzrahmen heraus.

Die Folgen sind konkret. An den Standorten Gelsenkirchen und Isbergues in Frankreich mussten die Produktionskürzungen verlängert werden. Das Unternehmen warnt: Ohne faire Wettbewerbsbedingungen drohe nicht nur der Verlust der Arbeitsplätze, sondern auch Europas technologische Führungsposition bei Infrastrukturmaterialien.

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Henkel setzt auf klimafreundlichen Verpackungsstahl

Parallel dazu meldet die Konzerntochter Thyssenkrupp Rasselstein einen Fortschritt auf dem Nachhaltigkeitspfad. Henkel wird künftig den CO2-reduzierten „bluemint“-Stahl für Weißblechdosen einsetzen. Das Material nutzt aufbereiteten Stahlschrott im Hochofenprozess und erzielt damit deutlich geringere Emissionswerte als herkömmliches Weißblech. Rasselstein hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 vollständig klimaneutral zu produzieren — die Henkel-Partnerschaft ist ein konkreter Schritt in diese Richtung.

Die Aktie notiert aktuell bei 7,75 Euro und hat damit seit Jahresbeginn rund 20 Prozent verloren. Das Analysten-Kursziel von durchschnittlich 11,59 Euro liegt weit über dem aktuellen Kurs — die Lücke spiegelt die anhaltende Unsicherheit über die Profitabilität der Stahlsparte wider. Ob Brüssel die geforderten Schutzmaßnahmen zeitnah umsetzt, dürfte für die Planungssicherheit des Segments entscheidend sein.

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