Thyssenkrupp Aktie: Starke Ergebnisse erwartet

Der Industriekonzern steht vor historischen Rüstungsaufträgen in Indien und Kanada. Ein geplanter Börsengang der Aufzugssparte könnte frisches Kapital bringen, während die Stahlproduktion auf EU-Schutz hofft.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordauftragsbestand bei der Marinetochter TKMS
  • Börsengang der Aufzugssparte mit Milliardenwert
  • Stahlsparte durch Importe in der Krise
  • EU-Entscheidung zu Stahlzöllen erwartet

In Berlin, Ottawa und Brüssel fallen in diesen Wochen weitreichende Entscheidungen für Thyssenkrupp. Die Marinetochter TKMS greift nach historischen Rüstungsaufträgen, während die kriselnde Stahlsparte auf politischen Schutz hofft. Ein potenzieller Geldregen aus einem geplanten Börsengang könnte das Blatt für den Industriekonzern wenden.

U-Boot-Deals in Indien und Kanada

An diesem Dienstag empfängt die Bundesregierung den indischen Verteidigungsminister Rajnath Singh. Auf dem Verhandlungstisch liegt das Projekt 75I. Die indische Marine fordert sechs hochmoderne U-Boote mit einem Auftragswert von rund fünf Milliarden Euro. TKMS bietet hierfür gemeinsam mit dem lokalen Partner Mazagon Dock Shipbuilders. Politische Schützenhilfe aus Berlin könnte den Ausschlag geben.

Parallel dazu läuft der Endspurt in Nordamerika. In Kanada liefert sich TKMS einen direkten Wettbewerb mit dem südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean um ein Dutzend arktistauglicher U-Boote. Das Volumen dieses Programms erreicht bis zu 37 Milliarden Euro. Die Frist für überarbeitete Angebote endet am 29. April. Um technologisch zu punkten, holte sich die deutsche Werft zuletzt die BlackBerry-Tochter QNX für Softwarelösungen an Bord.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Die Auftragsbücher der Kieler Waffenschmiede quellen bereits über. Der Bestand markiert mit mehr als 20 Milliarden Euro einen Rekordwert. Auf dem Heimatmarkt gilt das Unternehmen als einziger verbliebener Bieter für neue Luftverteidigungsfregatten der Marine. Um diese Kapazitäten überhaupt stemmen zu können, fließt ein dreistelliger Millionenbetrag in den Umbau der Wismarer Werft zu einer modernen Hybridanlage.

Geldregen durch geplanten Börsengang

Abseits der Rüstungsfantasie rückt die ehemalige Kerntochter TK Elevator ins Rampenlicht. Die Haupteigentümer prüfen einen Börsengang für die zweite Jahreshälfte. Streben die Banken die anvisierte Bewertung von 25 Milliarden Euro an, winken enorme Einnahmen. Der Anteil von Thyssenkrupp hätte in diesem Fall einen Wert von gut vier Milliarden Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Dieser gewaltige Liquiditätsschub käme dem hochverschuldeten Konzern gelegen. Am Aktienmarkt honorierten Investoren die jüngsten Entwicklungen bereits teilweise. Auf Monatssicht legte das Papier um gut zwölf Prozent zu. Aktuell notiert die Aktie bei 9,01 Euro, was einem leichten Tagesverlust entspricht.

Stahlsparte am Limit

Frisches Kapital wird dringend in der Stahlproduktion benötigt. Massive Importsteigerungen zwangen Thyssenkrupp zuletzt, Werke in Gelsenkirchen und Frankreich stillzulegen. Rund 1.200 Beschäftigte sind davon betroffen. Rettung verspricht die Europäische Union. Ab Juli plant Brüssel, die zollfreien Stahlimportquoten drastisch zu kürzen.

Die kommenden Wochen liefern harte Fakten für die weitere Ausrichtung. Am 12. Mai präsentiert der Vorstand den Halbjahresbericht. Spätestens dann muss das Management erklären, wie es die temporären Produktionsausfälle finanziell abfedert. Fällt kurz darauf die finale EU-Entscheidung für strengere Stahlzölle, erhält der Konzern zumindest auf dieser Baustelle Planungssicherheit.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 21. April liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Thyssenkrupp

Thyssenkrupp Jahresrendite