Bank of America sieht die Stahlhandelssparte, die Thyssenkrupp bis Ende 2026 unter dem Namen „tk accelis“ an die Frankfurter Börse bringen will, bei rund 3,5 Milliarden Euro. Das ist kein Pappenstiel — und erklärt, warum das Vorhaben Aufmerksamkeit verdient.

Bewährtes Modell, neue Sparte

Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für den Spin-off gegeben. 49 Prozent der neuen Gesellschaft kommen an die Börse, Thyssenkrupp selbst hält die Mehrheit von 51 Prozent. Genau nach diesem Schema lief bereits 2025 die Abspaltung der U-Boot-Tochter TKMS. Das Muster ist also erprobt: Konzern behält Kontrolle, der Markt bewertet die Sparte neu — und die Mutter profitiert über die eigene Beteiligung.

Material Services, so der bisherige Name der Sparte, ist im Werkstoffhandel tätig. Eine Nischenposition im Konzern, die bisher kaum Aufmerksamkeit bekam. Als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen ändert sich das.

Was für Aktionäre zählt

Thyssenkrupp zerlegt sich seit Jahren systematisch in Einzelteile — von Nucera über TKMS bis jetzt tk accelis. Jede Abspaltung schafft Transparenz darüber, was die jeweiligen Teile wirklich wert sind. Eine Sparte, die im Konzernverbund kaum sichtbar war, erhält plötzlich eine eigene Bewertung.

Bei einer angesetzten Gesamtbewertung von 3,5 Milliarden Euro und einem Streubesitz von 49 Prozent würde allein das Börsenpaket rechnerisch rund 1,7 Milliarden Euro mobilisieren. Für einen Konzern, der weiter an seiner Verschlankung arbeitet, ist das ein handfestes Signal.

Der geplante Börsengang bis Ende 2026 gibt dem Vorhaben einen klaren Zeitrahmen. Ob dieser eingehalten wird, hängt auch von den Marktbedingungen im Herbst ab — das zeigt die Erfahrung mit TKMS, wo das Timing ebenfalls sorgfältig gewählt wurde.