Thyssenkrupp stemmt sich gleichzeitig durch drei laufende Großprojekte: den Verkauf der Stahlsparte, die Verselbstständigung des Handelsgeschäfts und die Börsennotierung der Marinesparte. Das kostet – im ersten Quartal 2025/26 stand unter dem Strich ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Ob die Transformation schnell genug vorankommt, entscheidet sich in den nächsten Monaten.
Stahl: Jindal-Gespräche konkretisieren sich
Das Herzstück des Umbaus ist Steel Europe. Allein dort fielen im ersten Quartal Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro an – der Haupttreiber des Konzernverlusts. Für das Gesamtjahr erwartet Thyssenkrupp einen Fehlbetrag zwischen 400 und 800 Millionen Euro, geprägt von weiteren Rückstellungen.
Gleichzeitig nehmen die Verkaufsgespräche mit Jindal Steel International Fahrt auf: Beide Seiten befinden sich mittlerweile in der Due-Diligence-Phase. Parallel dazu sollen die Anteile am Hüttenwerk HKM zum 1. Juni 2026 an Salzgitter übertragen werden – ein weiterer struktureller Schritt, der bereits per Term Sheet im Februar vereinbart wurde.
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Auf der Produktseite gelingt unterdessen ein Referenzauftrag: BMW bezieht ab diesem Jahr CO₂-reduzierten Stahl für den iX3, mit TÜV-verifizierten Einsparungen von 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmband.
Materials Services unter Bewährungsdruck
Die Handelssparte mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern muss bis Ende März operative Fortschritte vorweisen. Intern gilt diese Performance als Messlatte dafür, welchen Weg die Verselbstständigung nimmt: Zur Debatte stehen ein Börsengang im Herbst 2026, eine Abspaltung an die Aktionäre, ein Verkauf oder die Umwandlung in eine KGaA.
Die Marinesparte hingegen steht stabil. TKMS wurde im Oktober 2025 an die Börse gebracht, ist seit Dezember im MDAX und verfügt über einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. Thyssenkrupp hält 51 Prozent. Laufende Ausschreibungen – darunter bis zu zwölf U-Boote für Kanada und die Bundeswehr-Fregatte F127 – könnten den Bestand weiter ausbauen.
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Investor steigt ein – Aktie bleibt unter Druck
Anfang März meldete Investor Sunil Jagwani den Aufbau einer Position von 9,13 Prozent, ausschließlich über Finanzinstrumente wie Equity Swaps und Put-Optionen. Das Signal ist ambivalent: Interesse ja, aber keine direkten Stimmrechte.
Die Aktie notiert rund 32 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro und damit deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Das spiegelt die Unsicherheit über den Ausgang der laufenden Prozesse wider – verstärkt durch den schwierigen europäischen Stahlmarkt und den vorerst gestoppten Wasserstoff-Ausschreibungsprozess für das Duisburger Direktreduktionswerk.
Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Dann wird sich zeigen, ob Materials Services die März-Deadline erfüllt hat, wie weit die Jindal-Verhandlungen gediehen sind und ob die HKM-Übertragung planmäßig läuft. Diese drei Datenpunkte dürften die Richtung für die Aktie kurzfristig vorgeben.
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