Während der Essener Industriekonzern mit einem prestigeträchtigen Großauftrag von BMW technologische Fortschritte beim grünen Stahl feiert, hakt es an der wichtigsten strategischen Baustelle. Interne Zweifel am geplanten Verkauf der Stahlsparte an die indische Jindal-Gruppe nehmen massiv zu. Die stockenden Verhandlungen offenbaren, dass operative Einzelerfolge das schwindende Vertrauen der Investoren derzeit nicht kompensieren können.
Hängepartie beim Stahlgeschäft
Seit sechs Monaten verhandelt Thyssenkrupp über die Veräußerung von Steel Europe, allerdings blockieren zentrale Finanzierungsfragen den Fortschritt. Konkret geht es darum, wie viel Kapital die Inder bereitstellen, um die Sparte durch die anhaltende europäische Branchenflaute zu manövrieren. Berichte über ein mögliches Scheitern des Deals schickten das Papier am vergangenen Donnerstag zeitweise um bis zu zehn Prozent in die Tiefe. Parallel dazu reduzierte der Vermögensverwalter Amundi seine Beteiligung auf unter fünf Prozent.
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Diese Gemengelage aus schwindender Übernahmefantasie und institutionellen Verkäufen spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Auf 30-Tage-Sicht verzeichnet der Titel ein Minus von knapp 28 Prozent und notiert aktuell bei lediglich 7,91 Euro. Sollten die Gespräche mit Jindal endgültig platzen, steht bereits eine Alternative im Raum. Der US-Investmentfonds Flacks Group, spezialisiert auf Sondersituationen, hat sein Interesse an der Stahlsparte signalisiert und könnte als Plan B einspringen.
Operative Licht- und Schattenseiten
Auf technologischer Ebene beweist Thyssenkrupp durchaus Handlungsfähigkeit. Ab 2026 wird der Konzern die BMW Group mit CO₂-reduziertem Stahl für den iX3 beliefern. Das Material erfüllt dabei höchste Oberflächenstandards für sichtbare Fahrzeugteile. Allerdings pausierte das Unternehmen die Beschaffung von grünem Wasserstoff für das Duisburger Werk vorerst, da die eingereichten Angebote den wirtschaftlichen Rahmen sprengten. Der Bau der Direktreduktionsanlage läuft derweil planmäßig weiter.
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Die strukturellen Herausforderungen überlagern diese Meilensteine jedoch. Im ersten Geschäftsquartal 2025/26 drückten Restrukturierungskosten bei Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro den Gesamtkonzern tief in die roten Zahlen. Einen verlässlichen Gegenpol bildet lediglich die Marinesystemstochter TKMS. Das im MDAX gelistete Unternehmen glänzt mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und sorgt für dringend benötigte Stabilität im Portfolio.
Der Fahrplan für die kommenden Monate
Die Zeit für den Konzernumbau drängt. Bis Ende März muss die Handelstochter Materials Services operative Fortschritte vorweisen, um den Weg für eine mögliche Abspaltung, einen Börsengang oder einen Verkauf zu ebnen. Bis zur Vorlage des Halbjahresberichts am 12. Mai 2026 wird der Markt zudem eine klare Richtung in den Jindal-Verhandlungen einfordern. Spätestens am 1. Juni 2026 steht dann die geplante Übertragung der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen HKM an. Bis diese strategischen Großbaustellen geklärt sind, fehlt dem Titel ein fundamentaler Treiber für eine nachhaltige Kurserholung.
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