Thyssenkrupp Aktie: Zwei Welten, ein Konzern

Thyssenkrupp zeigt ein gespaltenes Bild: Während die Marine- und Anlagenbausparte mit Milliardenaufträgen glänzt, steht das Kerngeschäft Stahl vor massiven Herausforderungen durch Importe und Produktionsstopps.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • TKMS im Rennen um kanadischen U-Boot-Milliardenauftrag
  • Stahlproduktion in Frankreich für Monate gestoppt
  • Wasserstofftochter Nucera senkt Umsatzprognose
  • Halbjahresbericht als nächster wichtiger Meilenstein

Rüstungskooperation hier, Produktionsstopp dort — Thyssenkrupp liefert dieser Tage ein Paradebeispiel für einen Konzern im Zwiespalt. Während die Marine- und Anlagenbausparte mit strategischen Aufträgen punktet, kämpft das Stahlgeschäft ums Überleben.

TKMS wirbt mit Lithium um Milliarden-Auftrag

Thyssenkrupp Marine Systems hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem kanadischen Unternehmen E3 Lithium unterzeichnet. Das Ziel ist klar: Wer den bis zu 37 Milliarden Euro schweren Auftrag für zwölf U-Boote der Royal Canadian Navy gewinnen will, braucht glaubwürdige Lieferketten — und möglichst lokale. Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen U-Booten deutlich längere Tauchzeiten, und E3 Lithiums Clearwater-Projekt in Alberta soll bei voller Kapazität bis zu 36.000 Tonnen batterietaugliches Lithium jährlich produzieren.

TKMS steht als einer von zwei Finalisten neben dem südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean. Die Partnerschaft ist also kein reines Industrieprojekt, sondern ein strategischer Zug im Rennen um einen der größten Rüstungsaufträge der Dekade.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Parallel meldete die Tochter Thyssenkrupp Uhde einen Großauftrag aus Südkorea: POSCO E&C beauftragte das Unternehmen mit Planung und Lieferung einer emissionsarmen Koksofenbatterie für das Stahlwerk in Pohang — inklusive der proprietären EnviBAT®-Technologie, die bereits in mehr als 30 Batterien weltweit verbaut ist.

Stahl unter Druck, Nucera korrigiert nach unten

Das positive Bild aus Marine und Anlagenbau trifft auf eine ernste Realität im Kerngeschäft. Die Einfuhren von kornorientiertem Elektroband haben sich seit 2022 verdreifacht, allein 2025 stiegen sie nochmals um 50 Prozent. Asiatische Anbieter halten mittlerweile mehr als die Hälfte des europäischen Marktvolumens — in einem Segment, das bislang von EU-Schutzmechanismen ausgenommen war. Am französischen Standort Isbergues ruht die Elektrostahlproduktion von Juni bis September 2026 komplett. Insgesamt stehen 1.200 Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich auf dem Spiel.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Das EU-Parlament hat einen Vorschlag eingebracht, der Importquoten deckeln und Schutzzölle verdoppeln würde. Neue Regeln träten jedoch frühestens zum 1. Juli 2026 in Kraft — der Produktionsstopp beginnt bereits im Juni.

Zusätzlichen Gegenwind liefert die Wasserstofftochter Nucera. Per Ad-hoc-Meldung korrigierte sie ihre Umsatzprognose auf 450 bis 550 Millionen Euro, gegenüber ursprünglich 500 bis 600 Millionen. Das EBIT-Intervall für den Konzern wurde auf -80 bis -30 Millionen Euro angepasst. Als Ursache nannte Nucera unerwartete Mehraufwendungen beim Hochlauf der Elektrolyseursparte sowie den Rückzug eines US-Kunden, der ein Projekt wegen unzureichender Renditeerwartungen nicht fertigstellt.

Halbjahresbericht am 12. Mai als nächster Gradmesser

Die Aktie hat sich in dieser Woche um rund neun Prozent erholt, notiert mit 8,54 Euro aber noch knapp 14 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Am 12. Mai 2026 erscheint der Halbjahresfinanzbericht — erwartet werden konkrete Updates zu den EU-Handelsschutzverhandlungen sowie zum Stand der Gespräche mit dem indischen Stahlhersteller Jindal Steel. Beide Themen dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die Stahlsparte neu bewertet.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 11. April liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Thyssenkrupp

Über Dieter Jaworski 2913 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
  • Substanz: Investitionen nur auf Basis solider Kennzahlen (Umsatz, Gewinn, Cashflow etc.).
  • Disziplin: Regelbasiertes Handeln zur Vermeidung emotionaler Fehlentscheidungen.
  • Nachhaltigkeit: Langfristige Strategien statt kurzfristiger Spekulation.
  • Unabhängigkeit: Keine Interessenkonflikte, nur Ihre finanziellen Ziele im Fokus.

Mein Ziel: Ihr Partner für systematischen Vermögensaufbau

Ich möchte Menschen helfen, ihre Finanzen selbstbewusst und mit einem klaren Plan zu steuern. Mit System, Substanz und meiner jahrzehntelangen Erfahrung unterstütze ich Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Vermögensaufbau.