Rüstungskooperation hier, Produktionsstopp dort — Thyssenkrupp liefert dieser Tage ein Paradebeispiel für einen Konzern im Zwiespalt. Während die Marine- und Anlagenbausparte mit strategischen Aufträgen punktet, kämpft das Stahlgeschäft ums Überleben.
TKMS wirbt mit Lithium um Milliarden-Auftrag
Thyssenkrupp Marine Systems hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem kanadischen Unternehmen E3 Lithium unterzeichnet. Das Ziel ist klar: Wer den bis zu 37 Milliarden Euro schweren Auftrag für zwölf U-Boote der Royal Canadian Navy gewinnen will, braucht glaubwürdige Lieferketten — und möglichst lokale. Lithium-Ionen-Batterien ermöglichen U-Booten deutlich längere Tauchzeiten, und E3 Lithiums Clearwater-Projekt in Alberta soll bei voller Kapazität bis zu 36.000 Tonnen batterietaugliches Lithium jährlich produzieren.
TKMS steht als einer von zwei Finalisten neben dem südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean. Die Partnerschaft ist also kein reines Industrieprojekt, sondern ein strategischer Zug im Rennen um einen der größten Rüstungsaufträge der Dekade.
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Parallel meldete die Tochter Thyssenkrupp Uhde einen Großauftrag aus Südkorea: POSCO E&C beauftragte das Unternehmen mit Planung und Lieferung einer emissionsarmen Koksofenbatterie für das Stahlwerk in Pohang — inklusive der proprietären EnviBAT®-Technologie, die bereits in mehr als 30 Batterien weltweit verbaut ist.
Stahl unter Druck, Nucera korrigiert nach unten
Das positive Bild aus Marine und Anlagenbau trifft auf eine ernste Realität im Kerngeschäft. Die Einfuhren von kornorientiertem Elektroband haben sich seit 2022 verdreifacht, allein 2025 stiegen sie nochmals um 50 Prozent. Asiatische Anbieter halten mittlerweile mehr als die Hälfte des europäischen Marktvolumens — in einem Segment, das bislang von EU-Schutzmechanismen ausgenommen war. Am französischen Standort Isbergues ruht die Elektrostahlproduktion von Juni bis September 2026 komplett. Insgesamt stehen 1.200 Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich auf dem Spiel.
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Das EU-Parlament hat einen Vorschlag eingebracht, der Importquoten deckeln und Schutzzölle verdoppeln würde. Neue Regeln träten jedoch frühestens zum 1. Juli 2026 in Kraft — der Produktionsstopp beginnt bereits im Juni.
Zusätzlichen Gegenwind liefert die Wasserstofftochter Nucera. Per Ad-hoc-Meldung korrigierte sie ihre Umsatzprognose auf 450 bis 550 Millionen Euro, gegenüber ursprünglich 500 bis 600 Millionen. Das EBIT-Intervall für den Konzern wurde auf -80 bis -30 Millionen Euro angepasst. Als Ursache nannte Nucera unerwartete Mehraufwendungen beim Hochlauf der Elektrolyseursparte sowie den Rückzug eines US-Kunden, der ein Projekt wegen unzureichender Renditeerwartungen nicht fertigstellt.
Halbjahresbericht am 12. Mai als nächster Gradmesser
Die Aktie hat sich in dieser Woche um rund neun Prozent erholt, notiert mit 8,54 Euro aber noch knapp 14 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Am 12. Mai 2026 erscheint der Halbjahresfinanzbericht — erwartet werden konkrete Updates zu den EU-Handelsschutzverhandlungen sowie zum Stand der Gespräche mit dem indischen Stahlhersteller Jindal Steel. Beide Themen dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die Stahlsparte neu bewertet.
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