Indiens Verteidigungsminister Rajnath Singh verhandelt in Berlin über sechs U-Boote — und einen Auftrag im Wert von rund 8 Milliarden Dollar. Für Thyssenkrupp kommt der Zeitpunkt nicht zufällig: Der Konzern kämpft gleichzeitig mit einer schweren Stahlkrise und einem drohenden Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro.
Einziger verbliebener Bieter
Thyssenkrupp Marine Systems gilt im P-75I-Projekt als letzter ernsthafter Kandidat. Das Design und die Technologie kämen von TKMS, gebaut würden die U-Boote von der indischen Werft Mazagon Dock Shipbuilders. Singhs Besuch dauert bis zum 23. April. Neben dem U-Boot-Deal könnten beide Seiten einen Rahmen für künftige Rüstungskooperationen unterzeichnen.
Der entscheidende Streitpunkt: Indien besteht auf umfassendem Technologietransfer. Neu-Delhi will das Know-how ins Land holen — gemäß der „Make in India“-Strategie. TKMS sieht sich hier im Vorteil gegenüber dem spanischen Mitbewerber Navantia. Der Grund ist das bewährte Air-Independent Propulsion-System, das U-Booten deutlich längere Tauchzeiten ermöglicht.
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Stahlsparte bleibt belastet
Während das Marinegeschäft Impulse liefert, bleibt die Stahlsparte unter Druck. Mitte April kürzte die EU die zollfreien Stahlimportquoten um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich. Verstöße sollen künftig mit Strafzöllen von 50 Prozent belegt werden — doppelt so viel wie bisher. Die Regelungen könnten frühestens zum 1. Juli in Kraft treten.
Für die Tochter Electrical Steel kommt die Entlastung zu spät. Der Standort Isbergues schließt von Juni bis September komplett. Seit Januar lief er nur mit halber Kapazität.
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Zahlen im Mai, Analysten uneins
Ab heute befindet sich Thyssenkrupp in der Kommunikationspause vor den Halbjahreszahlen am 12. Mai. Das Management schweigt — die Probleme nicht.
Die Aktie notiert bei 8,84 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 8,6 Prozent verloren. Barclays bewertet den Titel mit „Underweight“ und einem Kursziel von 9,00 Euro. Jefferies hält dagegen: Kaufempfehlung, Kursziel 13,00 Euro, mit Verweis auf die laufenden Restrukturierungsbemühungen.
Ob der Berliner Besuch in einen unterzeichneten Vertrag mündet, bleibt offen. Ein klares Signal dürfte es erst mit den Halbjahreszahlen am 12. Mai geben — und selbst dann hängt der Großauftrag von politischen Entscheidungen in Neu-Delhi ab.
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