Ein Großauftrag aus Spanien, eine neue Prognose — und gleichzeitig eine Gewinnwarnung. Thyssenkrupp Nucera lieferte der Muttergesellschaft zur Wochenmitte ein widersprüchliches Signal.
Andalusien-Projekt hebt Auftragserwartungen
Der Kern der guten Nachricht: Nucera soll für den spanischen Energiekonzern Moeve Elektrolyseure mit 300 Megawatt Kapazität für eine Wasserstoffanlage in Andalusien liefern — das künftig rund 45.000 Tonnen grünen Wasserstoff jährlich produzieren soll. Das Auftragsvolumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Nachdem Moeve Anfang März die finale Investitionsentscheidung traf, wurde der Auftrag zur Planung, Fertigung und Lieferung an Nucera vergeben.
Zusammen mit einem bereits im Dezember 2025 unterzeichneten Großauftrag für eine Chlor-Alkali-Anlage im Nahen Osten hat das Management die Prognose für den Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr deutlich angehoben: von bislang 350 bis 900 Millionen Euro auf nun 550 bis 850 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Auftragseingang bei 348 Millionen Euro.
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Gewinnwarnung trübt das Bild
Allerdings kamen diese Nachrichten nicht allein. Einen Tag zuvor hatte Nucera seine Jahresziele gekappt — wegen eines geplatzten US-Projekts und unerwarteter Mehrkosten. Ein amerikanischer Kunde baut eine Anlage nicht fertig, weil die Renditeerwartungen nicht mehr ausreichen. Zudem müssen bereits ausgelieferte Elektrolyseurmodule vor der Inbetriebnahme aufwendig nachgebessert werden. Die Zusatzkosten beziffert das Unternehmen auf einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag, der im zweiten Geschäftsquartal anfällt.
Die Reaktion an den Märkten war eindeutig: Die Nucera-Aktie verlor zur Wochenmitte zeitweise fast elf Prozent. Deutsche-Bank-Analyst Michael Kuhn brachte es auf den Punkt — die positiven Auftragsnachrichten seien von der Gewinnwarnung überschattet worden.
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Thyssenkrupp mit mehreren offenen Baustellen
Für die Thyssenkrupp-Aktie verlief dieselbe Handelswoche anders: Während Nucera abstürzte, legte die Konzernmutter am Mittwoch rund zwei Prozent zu — eine leichte Erholung nach dem 6-Monats-Tief von 7,78 Euro Mitte März. Mit einem Schlusskurs von 7,72 Euro am Freitag notiert die Aktie dennoch fast 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro aus dem Oktober 2025.
Auf Konzernebene bleibt die Lage komplex. Im ersten Quartal 2025/26 erzielte Thyssenkrupp 7,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro — doch Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe drückten das Ergebnis in einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Parallel laufen gleich zwei strukturell wichtige Prozesse: Ende März muss die Handelstochter Materials Services operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit vorweisen, während die Due Diligence mit Jindal Steel International über Thyssenkrupp Steel Europe bereits läuft. Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht — dann wird sich zeigen, ob die Auftragsrückkehr bei Nucera die Gewinnwarnung tatsächlich überwiegt.
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