Der Dortmunder Anlagenbauer ThyssenKrupp Nucera hat einen neuen Auftrag im traditionsreichen Chlor-Alkali-Geschäft an Land gezogen. Wie die Börsen-Zeitung berichtet, vergab das chinesische Unternehmen Hongniu Lanzhou Environmental Protection Technology ein Projekt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich an den Spezialisten für Elektrolyse-Technologien.
Für den Konzern bedeutet die Vereinbarung eine Bestätigung der industriellen Nachfrage im asiatischen Markt, während sich das zweite große Standbein rund um grünen Wasserstoff weiterhin in einer Phase des schrittweisen Markthochlaufs befindet.
Lieferumfang und Technologie für Großprojekt
Die vertragliche Vereinbarung umfasst mehrere zentrale Stufen bei der Errichtung einer neuen Industrieanlage in Nordwestchina. ThyssenKrupp Nucera übernimmt im Rahmen des Kontrakts die Lizenzierung sowie umfassende Engineering- und Beschaffungsdienstleistungen.
Zudem liefert das Unternehmen spezifische Schlüsselkomponenten für den Anlagenkomplex und wird Hongniu Lanzhou Environmental Protection Technology bei der Inbetriebnahme vor Ort unterstützen. Technologisches Herzstück des Projekts ist das unternehmenseigene Verfahren e-BiTAC-v7, das in der Chlor-Alkali-Elektrolyse zum Einsatz kommt und auf hohe Effizienzstandards im industriellen Betrieb ausgelegt ist.
Der Abschluss im klassischen Chlor-Alkali-Segment stabilisiert die operative Auslastung. Bereits vor über einem Monat passte das Management die Prognose für den Auftragseingang an, seither konnte der Börsenwert eine Erholung von 8,5 Prozent verzeichnen. Das traditionelle Chemieanlagengeschäft liefert verlässliche Einnahmen, die dem Unternehmen finanzielle Stabilität für den Ausbau zukunftsträchtiger Technologien bieten.
Analystenlob und Kurssituation
Rückenwind erhielt der Konzern bereits am 18. September durch eine Einschätzung von mwb research. Nach einem Vortrag von Finanzvorstand Dr. Stefan Hahn bestätigte das Analysehaus seine Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 15,00 Euro.
Die Experten von mwb research verwiesen in ihrer Beurteilung auf eine mögliche Verbesserung der Dynamik im Markt für grünen Wasserstoff, von der ThyssenKrupp Nucera mittel- und langfristig profitieren könnte.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die jüngsten operativen Fortschritte in einer leichten Stabilisierung wider. Am heutigen Mittwoch notiert das Papier bei 8,41 Euro und liegt damit 1,2 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 8,31 Euro.
Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnet die Aktie dennoch ein Minus von 5,5 Prozent, was das von Unsicherheiten geprägte Gesamtumfeld für Wasserstoff- und Elektrolysewerte unterstreicht. Die neuen Aufträge aus dem Kerngeschäft bilden nun das Fundament, um das Vertrauen der Investoren schrittweise wieder aufzubauen.
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