Thyssenkrupp Nucera Aktie: Teurer Rückschlag

Der Wasserstoff-Spezialist korrigiert seine Jahresprognose nach unten. Ein geplatzter US-Vertrag und unerwartete Kosten führen zu einem höheren operativen Verlust. Ein neuer Auftrag aus Indien bietet nur langfristig Perspektiven.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Operativer Verlust steigt auf bis zu 80 Millionen Euro
  • US-Kunde storniert Vertrag für Pilotanlage
  • Neuer Großauftrag aus Indien für Elektrolyse-Studie
  • Mutterkonzern Thyssenkrupp spürt finanzielle Belastung

Unerwartet hohe Kosten und ein geplatzter Vertrag in den USA zwingen den Wasserstoff-Spezialisten Thyssenkrupp Nucera zu einer deutlichen Prognosekürzung. Während ein neuer Auftrag aus Indien zumindest langfristig Hoffnung verspricht, rücken die operativen Risiken der Branche schonungslos in den Vordergrund. Das spürt auch der ohnehin kriselnde Mutterkonzern.

Geplatzter Deal und steigende Kosten

Der Vorstand rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 nun mit einem operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro. Zuvor stand im schlechtesten Fall ein Minus von 30 Millionen Euro im Raum. Verantwortlich für diese Korrektur sind vor allem zwei Faktoren. Ein amerikanischer Kunde hat den Vertrag für eine 20-Megawatt-Pilotanlage aufgelöst, da das Projekt die ursprünglichen Renditeerwartungen nicht mehr erfüllte. Zusätzlich belasten unvorhergesehene Aufwendungen für die Optimierung bereits ausgelieferter Module im Segment des grünen Wasserstoffs die Bilanz.

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Diese Entwicklungen führen im zweiten Quartal zu einem negativen, buchhalterischen Umsatzeffekt in niedriger zweistelliger Millionenhöhe. Entsprechend senkte das Management die gruppenweite Umsatzprognose auf 450 bis 550 Millionen Euro. An der Börse hinterlassen die operativen Hürden deutliche Spuren. Mit einem aktuellen Kurs von 8,26 Euro verzeichnet das Papier auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von fast 25 Prozent.

Ein Lichtblick in Asien

Als kleiner Gegenpol zur amerikanischen Stornierung fungiert ein neuer Großauftrag aus Asien. Das indische Unternehmen Juno Joule Green Energy beauftragte Nucera mit einer Vorstudie für eine 260-Megawatt-Wasserelektrolyseanlage. Das dort produzierte grüne Ammoniak soll später primär nach Europa exportiert werden. Eine endgültige Investitionsentscheidung fällt hier allerdings erst im Geschäftsjahr 2026/27, weshalb der Auftrag kurzfristig keine finanzielle Entlastung bietet.

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Doppelte Belastung für den Mutterkonzern

Für die Thyssenkrupp AG kommt die Schwäche der Tochter zur Unzeit. Der Mutterkonzern hält weiterhin 51 Prozent der Anteile an Nucera und ist damit eng an deren finanzielle Entwicklung gebunden. Im ersten Quartal verbuchte Thyssenkrupp bereits einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro, maßgeblich getrieben durch massive Umbaukosten in der Stahlsparte. Während die Rüstungstochter TKMS mit einem Milliarden-Auftragsbestand für eine gewisse Stabilität sorgt, lässt der erhoffte Rückenwind aus dem Wasserstoffgeschäft weiter auf sich warten.

Das vollständige Ausmaß der Prognosekorrektur wird am 12. Mai 2026 mit der Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts sichtbar. Bis dahin belegt die aktuelle Entwicklung, dass Early-Stage-Anbieter im Wasserstoffmarkt weiterhin mit erheblichen Umsetzungsrisiken, hohen Vorinvestitionen und zögerlichen Kundenentscheidungen konfrontiert sind.

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