Die Fußball-Weltmeisterschaft beschert Tilray Brands einen unerwarteten Schub. Vor allem in Großbritannien laufen die Geschäfte der Brauerei-Tochter BrewDog so gut wie nie.
Laut Unternehmensangaben vom 22. Juni verzeichnen die BrewDog-Bars derzeit Rekordbesucherzahlen. Der Umsatz legte zweistellig zu. Der Grund: Fans strömen in die Lokale, um die WM-Spiele zu sehen – und greifen dabei zu den US-Craft-Bier-Marken des Konzerns, darunter SweetWater, Montauk und Blue Point.
Vorräte schwinden rapide
Die Nachfrage ist so hoch, dass die Bestände in mehreren Locations zur Neige gehen. Lauren Carrol, Chief Commercial Officer bei Tilray, spricht von einem rasanten Abverkauf. Das Unternehmen hat bereits Nachschub organisiert, um die Versorgung für die verbleibenden Turnierwochen sicherzustellen.
Der Trend passt zu branchenweiten Prognosen. Der britische Bier- und Pub-Verband rechnet pro hochkarätigem Spiel mit vier Millionen zusätzlich gezapften Pints und einem Umsatzplus von rund 20 Millionen Pfund.
Blick über das Turnier hinaus
Tilray will die Dynamik nutzen. Für Ende Juni sind Doppel-Events mit Rugby und Fußball in den stadionnahen Locations geplant. Ziel: die Gästefrequenz auch nach der WM hochhalten.
Der Konzern verfolgt zudem eine breitere Diversifizierung. Erst kürzlich brachte Tilray die Energy-Drink-Marke Hi*Ball Energy in Großbritannien an den Start. Dazu kommen neue Produkte aus der hauseigenen Breckenridge Distillery.
Die Aktie notierte am Montag bei 4,59 Dollar – ein Minus von knapp drei Prozent. Die Kursentwicklung zeigt: An der Börse zählt vorerst der Turnierverlauf. Ob der WM-Boom in nachhaltiges Umsatzwachstum mündet, dürfte der Quartalsbericht zeigen.
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