TKMS tourt aktuell durch Europa. In London, Baden-Baden und Mailand muss das Management auf Investorenkonferenzen überzeugen. Die Ausgangslage: paradox. Einem Rekord-Auftragsbestand steht ein negativer Cashflow gegenüber. An der Börse sorgte das zuletzt für Verkaufsdruck.

Rekordaufträge treffen auf Cash-Abfluss

Die Halbjahresbilanz zeigt Licht und Schatten. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 20,6 Milliarden Euro. Auch der Umsatz stieg im ersten Halbjahr auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis legte ebenfalls zu.

Parallel dazu rutschte der Free Cashflow jedoch ins Minus. TKMS verbrannte in den ersten sechs Monaten 72 Millionen Euro. Das Management verweist auf geplante Mittelabflüsse für laufende Projekte. Außerdem fehlten hohe Kundenvorauszahlungen aus dem Vorjahr. Trotzdem hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest. Die operative Marge soll bei über sechs Prozent liegen.

Entscheidung über Mega-Auftrag

Ein Segment sticht operativ besonders positiv hervor. Die Tochter Atlas Electronics verdoppelte ihr operatives Ergebnis nahezu auf 41 Millionen Euro. Kürzere Projektlaufzeiten machten sich hier bezahlt und stützten die Konzernmarge.

Der Blick der Investoren richtet sich nun nach Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt über das F127-Programm ab. Für TKMS geht es um Aufträge im Wert von bis zu 26 Milliarden Euro. Ein Zuschlag würde den zuletzt schwächeren Auftragseingang massiv aufpolstern.

An der Börse dominiert aktuell die Zurückhaltung. Mit 72,40 Euro notiert die Aktie fast 30 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Allein in den vergangenen Wochen gab das Papier zweistellig nach. Der nächste Prüfstein folgt am 12. August 2026. Dann präsentiert TKMS Quartalszahlen und muss beweisen, dass die Cashflow-Delle überstanden ist.