Bei TKMS fallen in den kommenden Wochen wegweisende Entscheidungen. Der Rüstungskonzern hofft auf drei massive Großaufträge aus Deutschland, Kanada und Indien. Das Gesamtvolumen dieser Rüstungsprojekte übersteigt 36 Milliarden Euro. Anleger blicken entsprechend nervös auf den Kalender.
Aktuell präsentiert das Unternehmen seine Marinetechnik auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris. Die Auftragsbücher sind bereits prall gefüllt. Ende des ersten Halbjahres 2025/2026 verbuchte TKMS einen Bestand von rund 20,6 Milliarden Euro. Dennoch drückt ein negativer freier Cashflow von 72 Millionen Euro auf die Stimmung. Der Grund: hohe Vorabinvestitionen und verspätete Kundenanzahlungen.
Drei Großprojekte vor dem Abschluss
Gleich drei internationale Kampagnen stehen kurz vor dem Abschluss. Die konkreten Termine im Überblick:
- Deutschland: Am 24. Juni stimmt der Haushaltsausschuss über das F127-Fregattenprogramm ab. Hier geht es um ein Volumen von rund 26 Milliarden Euro.
- Kanada: Die Regierung entscheidet bis Ende Juni über ein neues U-Boot-Programm. Branchenexperten taxieren den Wert auf über zehn Milliarden Euro.
- Indien: Die Kostenverhandlungen für das U-Boot-Projekt P-75I endeten bereits im Februar. Nun wartet der Markt auf den finalen Vertragsabschluss.
Gewinnt TKMS diese Ausschreibungen, stärkt das die Marktposition massiv. Die Konkurrenz im globalen Rüstungssektor wächst, während Regierungen weltweit ihre Budgets erhöhen.
Schwacher Trend im Chart
An der Börse spiegelt sich die operative Zuversicht derzeit kaum wider. Die Aktie schloss am Montag bei 72,60 Euro. Damit notiert das Papier deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 80,72 Euro.
Auch das bisherige Jahreshoch von 102,90 Euro liegt fast 30 Prozent entfernt. Der Relative-Stärke-Index signalisiert derweil mit 40,8 eine neutrale Marktphase.
Die kommenden zwei Wochen liefern harte Fakten. Bis Ende Juni müssen die Entscheidungen in Berlin und Kanada fallen. Sichert sich TKMS diese Aufträge, rückt das mittelfristige Unternehmensziel in greifbare Nähe. Das Management peilt eine bereinigte EBIT-Marge von über sieben Prozent an. Die zentrale Aufgabe bleibt dann, die Auftragsmilliarden in einen positiven Cashflow zu verwandeln.
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