Ein doppelter Paukenschlag bewegt die deutsche Rüstungsindustrie. Die Bundesregierung bestellt ihre neuen Fregatten bei TKMS und streicht das Konkurrenzprojekt von Rheinmetall. Für die TKMS-Aktionäre ist das eine exzellente Nachricht. Sie blicken nun gebannt auf die kommende Woche.

Fregatten-Deal schlägt hohe Wellen

Berlin bestellt neue U-Jagd-Fregatten bei TKMS. Das Ministerium verdoppelte dabei kurzerhand die Stückzahl. Rheinmetall geht bei diesem Auftrag komplett leer aus. Das schmerzt den Düsseldorfer Konkurrenten massiv. Laut Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research verliert Rheinmetall damit sein Kernprojekt. Der entgangene Auftragswert liegt bei rund 12 Milliarden Euro.

Die Folgen für Rheinmetall sind spürbar. Der Konzern dürfte seine eigenen Vorgaben für den Auftragseingang nun verfehlen. Bei TKMS herrscht hingegen purer Optimismus. Vorstandschef Oliver Burkhard plant zunächst vier feste Schiffe ein. Vier weitere kommen als Option hinzu. Er will andere deutsche Werften aktiv in den Bau einbinden.

Kanada-Entscheidung rückt näher

Der Blick der Investoren wandert nun nach Nordamerika. Kanada entscheidet kommende Woche über sein neues U-Boot-Programm. TKMS steht im Finale gegen den südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean. Es geht um bis zu zwölf Boote. Der kolportierte Stückpreis liegt bei drei Milliarden Euro.

Ein Sieg in Ottawa würde die Auftragsbücher sprengen. Laut Analyst Alexander Neuberger vom Bankhaus Metzler könnte der Auftragseingang auf 68 Milliarden Euro hochschnellen. Kein Wunder. Die Anleger greifen im Vorfeld bereits zu. Auf Wochensicht gewann die Aktie rund 13 Prozent und schloss am Freitag bei 83,70 Euro.

Charttechnisch hat die Aktie den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt bei 78,12 Euro bereits deutlich übertrumpft. Aktuell notiert der Kurs exakt auf Höhe der 100-Tage-Linie. Die Entscheidung aus Kanada in der kommenden Woche gibt nun die direkte Richtung vor. Sichert sich TKMS den Zuschlag, vervielfacht sich das Orderbuch auf einen Schlag.