TKMS Aktie: 6,95 Prozent nach Hormus-Anschlägen

Geopolitische Spannungen am Persischen Golf lassen TKMS-Aktie um knapp 7 Prozent steigen. Der Auftragsbestand des U-Boot-Bauers erreicht mit 20,6 Milliarden Euro einen neuen Rekord.

TKMS Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursplus von fast 7 Prozent
  • Sektorrotation beflügelt Rüstungswerte
  • Auftragsbestand auf Rekordniveau
  • Umsatz und EBIT legen zu

Im späten Handel am Donnerstag schoss die TKMS-Aktie um 6,95 Prozent auf 87,70 Euro nach oben. Binnen einer Woche liegt das Plus bei über zehn Prozent. Der Auslöser kam nicht aus Kiel, sondern aus dem Persischen Golf.

Erneute Angriffe im Umfeld der Straße von Hormus setzten europaweit Rüstungswerte in Bewegung. TKMS profitierte von einer klaren Sektorrotation: Während der Dax 0,34 Prozent auf 25.092 Punkte verlor, kletterten die Titel des U-Boot-Bauers zusammen mit Renk und Hensoldt um bis zu 8,3 Prozent. Bereits am Morgen waren Verteidigungsaktien die stärksten Titel im HDAX.

Breite Branchenbewegung ohne Einzelmeldung

Die Bewegung wirkte sektorgetrieben. Anleger ordneten maritime Verteidigung — U-Boote, Fregatten, Marineelektronik — dem sicherheitspolitischen Themenkomplex zu. Ein Rheinmetall-Auftrag über eine Milliarde Euro für militärische Transportfahrzeuge stützte die Stimmung zusätzlich, auch wenn er TKMS nicht direkt betrifft.

Der MDax drehte nach Meldungen über eine mögliche Waffenstillstands-Verlängerung ins Plus und schloss 0,70 Prozent höher. Der SDax gewann 0,85 Prozent.

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Auftragsbestand auf Rekordniveau

Der Kurssprung trifft auf eine solide operative Basis. TKMS meldete Mitte Mai einen Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro per Ende März — ein neues Rekordniveau. Der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2025/26 lag bei 3,4 Milliarden Euro, gestützt durch zwei zusätzliche U-Boote des Typs 212CD für Norwegen und einen Torpedo-Rahmenvertrag.

Der Umsatz stieg im Halbjahr auf 1,168 Milliarden Euro nach 1,060 Milliarden Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBIT kletterte auf 60 Millionen Euro, die Marge legte leicht auf 5,1 Prozent zu. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose: Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 6 Prozent für 2025/26.

Die Aktie notiert damit 13 Prozent unter dem Januar-Hoch von 100,60 Euro, aber 53 Prozent über dem November-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf knapp 27 Prozent. Ob aus der heutigen Sektorrotation nachhaltiges Anlegerinteresse wird, hängt an der Entwicklung im Nahen Osten.

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