Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wirbt persönlich auf der kanadischen Rüstungsmesse CANSEC für deutsche U-Boote. Das hat die TKMS-Aktie am Donnerstag kräftig angetrieben — und zeigt, wie direkt politisches Engagement auf den Kurs durchschlägt.
60-Milliarden-Dollar-Auftrag im Visier
Der Hintergrund ist konkret: Kanada sucht neue U-Boote. Das Beschaffungsvolumen wird auf bis zu 60 Milliarden kanadische Dollar geschätzt. TKMS bietet gemeinsam mit Norwegen an — vier Boote, Lieferung bis 2036. Der Konkurrent kommt aus Südkorea.
Pistorius‘ Auftritt auf der CANSEC war kein Zufall. Deutschland setzt diplomatisches Gewicht ein, um den Auftrag zu sichern. Der Markt hat das registriert: Die Aktie schloss am Donnerstag bei 87,10 Euro, ein Plus von rund sieben Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Aufschlag von mehr als elf Prozent.
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Starkes Orderbuch, schwacher Cashflow
Für Anleger ist der Kanada-Auftrag nicht isoliert zu sehen. TKMS sitzt bereits auf einem Auftragsbestand von rund 20,6 Milliarden Euro. Die Book-to-Bill-Ratio lag im ersten Halbjahr 2025/26 bei mehr als dem Dreifachen des Umsatzes — das bedeutet: Für jeden verdienten Euro kommen mehr als drei neue Auftragseuros herein.
Der Umsatz kletterte auf 1,168 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT stieg auf 60 Millionen Euro, die Marge leicht auf 5,1 Prozent.
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Weniger erfreulich: Der Free Cashflow lag bei minus 72 Millionen Euro. TKMS erklärt das mit dem Wegfall sehr hoher Vorauszahlungen aus dem Vorjahr. Die Mittelbindung bleibt ein Faktor, den der Markt im Blick behält.
Was als Nächstes zählt
Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 26 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 100,60 Euro fehlen noch gut 13 Prozent. Der RSI liegt bei 32 — technisch gesehen ist das Papier kurzfristig überverkauft, trotz des jüngsten Anstiegs.
Für das Gesamtjahr 2025/26 peilt TKMS ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf über sechs Prozent steigen — das wäre ein spürbarer Schritt nach oben gegenüber den aktuellen 5,1 Prozent. Ob Kanada den Auftrag an TKMS vergibt, ist offen. Klar ist: Ein positives Signal aus Ottawa würde das bereits volle Orderbuch weiter strecken — und die Frage aufwerfen, ob TKMS die Abarbeitung auch operativ stemmen kann.
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