TKMS hat binnen weniger Tage gleich zwei milliardenschwere Aufträge in Aussicht gestellt und damit den Auftragsbestand auf ein neues Rekordniveau gehievt. TKMS-Chef Oliver Burkhard bestätigte einen U-Boot-Deal mit Indien im Volumen von rund acht Milliarden Euro, der bis Ende 2026 unterzeichnet werden soll. Parallel sicherte sich der U-Boot- und Marineschiffbauer einen kanadischen Großauftrag, der den Bestellbestand um mehr als die Hälfte anschwellen ließ.
Acht-Milliarden-Deal mit Indien vor Abschluss
Laut einem Interview mit Reuters und der FAZ rechnet Burkhard damit, den Vertrag mit Indien noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Zweifel an der Umsetzbarkeit des Geschäfts wies der TKMS-Chef zurück. Mit dem Abschluss würde der Auftragsbestand des Konzerns auf 20,6 Milliarden Euro steigen – das Zehnfache des Jahresumsatzes. Zusätzlich zum Indien-Geschäft verwies TKMS auf eine Partnerschaft mit Griechenland, bei der ein Mid-Life-Upgrade von U-Booten des Typs 214 ansteht.
Kanadischer Auftrag lässt Bestand um die Hälfte steigen
Noch deutlicher fiel der Sprung durch das kanadische Programm CPSP aus: TKMS wurde dort als bevorzugter Anbieter für U-Boote vom Typ 212CD ausgewählt, ausgestattet mit dem Kampfsystem ORCCA des norwegischen Partners Kongsberg. Der Hauptvertrag soll bis Ende 2027 stehen, die erste Auslieferung ist für 2033 vorgesehen, vier Boote sollen bis 2034 an Kanada gehen. Burkhard betonte im Zusammenhang mit dem Auftrag die transatlantische Kooperation zwischen den beteiligten Werften und Zulieferern. Der kanadische Zuschlag allein soll den Auftragsbestand des Unternehmens um mehr als die Hälfte erhöht haben.
Operatives Geschäft wächst zweistellig
Auch die zugrundeliegenden Geschäftszahlen untermauern die positive Dynamik. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte TKMS den Umsatz um 10 Prozent auf 1,168 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro zu und wuchs damit schneller als der Umsatz. Der nächste Geschäftsbericht ist für den 12. August 2026 terminiert – dann dürfte sich zeigen, wie belastbar die Wachstumsdynamik im dritten Quartal war und wie weit die angekündigten Großaufträge bereits in den Zahlen sichtbar werden.
Kursreaktion: Nähe zum 200-Tage-Durchschnitt
An der Börse hat die Aktie auf die Auftragsflut bislang mit spürbaren Kursgewinnen reagiert, notiert aber weiterhin deutlich unter ihrem Rekordhoch. Zuletzt lag der Kurs bei 80,40 Euro und gab damit im Tagesverlauf um 0,74 Prozent nach. Zum 52-Wochen-Hoch von 106,58 Euro, das TKMS im Oktober 2025 markiert hatte, beträgt der Abstand noch immer 24,56 Prozent – ein Zeichen dafür, dass die Bewertungssorgen rund um die schnelle Auftragsexpansion trotz der jüngsten News nicht vollständig verflogen sind. Zum 200-Tage-Durchschnitt liegt der Kurs mit einem Abstand von lediglich 0,55 Prozent hingegen fast auf gleicher Höhe, was auf eine gewisse Stabilisierung nach den vorangegangenen Schwankungen hindeutet.
Mit dem indischen Großauftrag und dem kanadischen Programm dürfte TKMS seine Position als einer der zentralen Profiteure der weltweit steigenden Marinerüstungsausgaben weiter ausbauen. Ob sich die Auftragsflut in den kommenden Quartalen auch in einer nachhaltig höheren Profitabilität niederschlägt, bleibt die entscheidende Frage für Anleger – die Zahlen zum dritten Quartal Mitte August dürften darauf erste Antworten liefern.
TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 20. Juli liefert die Antwort:
Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

