Der Auftragsbestand von TKMS ist Ende August auf über 25 Milliarden Euro angewachsen. Grundlage dafür ist die Einbeziehung des Fregatten-Großauftrags der Deutschen Marine, den der Konzern Mitte August verbucht hatte. Damit erreicht das Rüstungsunternehmen einen neuen Höchststand bei den gesicherten künftigen Umsätzen.

Fregatten-Auftrag als Wachstumstreiber

Der Sprung im Orderbuch geht maßgeblich auf den Zuschlag für vier MEKO A-200 DEU-Fregatten zurück, den die Deutsche Marine Mitte August erteilt hatte. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 6,3 Milliarden Euro und gilt als größter Überwasser-Auftrag der Firmengeschichte von TKMS.

Eine Option auf vier weitere Schiffe besteht zusätzlich. Das erste Schiff soll Ende 2029 ausgeliefert werden. Zusammen mit bestehenden U-Boot-Programmen für Norwegen, Deutschland und weitere Marinepartner ergibt sich damit das aktuelle Auftragspolster von mehr als 25 Milliarden Euro.

Diese Größenordnung ist für Anleger vor allem deshalb relevant, weil sie die Umsatzbasis für die kommenden Jahre absichert. TKMS hatte für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres bereits ein Auftragseingangsvolumen von 3,617 Milliarden Euro gemeldet, verglichen mit 8,598 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang, der jedoch durch das hohe Vorjahresniveau bei Großaufträgen zu relativieren ist. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag zuletzt bei rund dem Zweifachen des Umsatzes, was auf anhaltend starke Nachfrage hindeutet.

Internationale Programme untermauern die Basis

Neben dem deutschen Fregatten-Geschäft trägt auch internationale Nachfrage zur Auftragslage bei. Kanada hatte TKMS im Juli für den Bau von bis zu zwölf U-Booten im Rahmen des Canadian Patrol Submarine Project ausgewählt, die entsprechenden Vertragsverhandlungen laufen noch.

Norwegen hatte seine Bestellung bei der Unterklasse 212CD von vier auf sechs U-Boote aufgestockt, zudem unterzeichnete das Bundesamt für Ausrüstung einen Rahmenvertrag für Schwergewichtstorpedos und weiteres Equipment für diese Bootsklasse.

Parallel arbeitet TKMS an einer engeren Kooperation mit dem spanischen Werftkonzern Navantia. Ende Juli unterzeichneten beide Unternehmen eine zweite Absichtserklärung, die bis Jahresende einen verbindlichen Rahmen für die gemeinsame Produktion und Vermarktung ausgewählter U-Boot-Projekte schaffen soll.

Eine Fusion oder gegenseitige Beteiligung ist laut den Angaben der Unternehmen ausdrücklich nicht geplant, das Vorhaben steht zudem unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Finanzzahlen bestätigen den Trend

Die operative Entwicklung stützt das Bild eines wachsenden Auftragspolsters. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 bis zum 30. Juni meldete TKMS einen Umsatz von 1,890 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT stieg um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro.

Auf dieser Basis hatte der Konzern seine Jahresprognose angehoben: Das Umsatzwachstum für das laufende Geschäftsjahr wird nun mit 10 bis 12 Prozent statt zuvor 2 bis 5 Prozent erwartet, die bereinigte EBIT-Marge soll bis zu 6,5 Prozent statt zuvor über 6 Prozent erreichen. Mittelfristig hält TKMS an seinem Ziel einer Marge von über 7 Prozent fest.

An der Börse notierte die Aktie zuletzt bei 90,10 Euro und gab am Freitag um 1,2 Prozent nach. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 9,9 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 36 Prozent verteuert. Der nächste Bilanztermin, der Abschluss des Geschäftsjahres zum 30. September, ist bislang noch nicht terminiert.