Die geplanten F127-Fregatten für die deutsche Marine sorgen für neue Debatten um die Finanzierbarkeit von Rüstungsprojekten. Die Kosten für acht Einheiten sollen einem Bericht des Spiegel zufolge von ursprünglich 26 Milliarden Euro auf mehr als 40 Milliarden Euro gestiegen sein – damit würde jedes Schiff über 5 Milliarden Euro kosten. TKMS selbst widerspricht dieser Darstellung.
TKMS bestreitet genannte Summe
Das Unternehmen erklärte am heutigen Freitag, es könne die kursierende Summe von mehr als 40 Milliarden Euro nicht bestätigen. Diese entspreche nicht den tatsächlichen Kostenanteilen für den Schiffbau selbst. TKMS und Rheinmetall arbeiten laut eigener Aussage gemeinsam an einem Entwurf, der exakt den Anforderungen der Bundeswehr entsprechen soll. Bei zeitnaher Beauftragung sei die Lieferung des ersten Schiffes bis 2034 möglich.
Als größter Preistreiber gilt einem Bericht zufolge das US-amerikanische Aegis-System: Für acht Aegis-Sets sollen 11,9 Milliarden Dollar anfallen, weitere 3,5 Milliarden Dollar für Lenkflugkörper vom Typ SM-6 und SM-2. Deutschland wäre demnach erster internationaler Nutzer des SPY-6(V1)-Radars.
Die F127 soll ab Mitte der 2030er-Jahre die aktuelle Sachsen-Klasse ersetzen. Bislang bestehen nach Berichten nur Vorverträge mit TKMS und dem Konkurrenten NVL – Koalitionspolitiker äußerten Zweifel an der Finanzierbarkeit des Gesamtprojekts.
Für Anleger ist die Gemengelage nicht eindeutig: Steigende Programmkosten könnten einerseits höhere Umsätze für TKMS bedeuten, andererseits das Risiko politischer Verzögerungen oder Kürzungen erhöhen.
Der Marineinspekteur Jan Christian Kaack warnte zugleich vor der wachsenden russischen Präsenz in der Ostsee und einer verkürzten Vorwarnzeit – ein Faktor, der den grundsätzlichen Beschaffungsdruck stützt.
Bemerkenswert: Das parallel verfolgte F126-Projekt wurde gestoppt, stattdessen sollen vier Schiffe der Baureihe MEKO A-200 zum Stückpreis von 1,6 Milliarden Euro beschafft werden – ein Hinweis darauf, dass die Marine bei Kostenexplosionen durchaus bereit ist, Programme umzusteuern.
Auftragslage bleibt insgesamt robust
Trotz der Diskussion um die F127 bleibt das Auftragsumfeld für TKMS breit gefächert. Erst im Juli hatte das Unternehmen einen Auftrag über zwölf U-Boote erhalten.
Die sechs größten deutschen Rüstungskonzerne – darunter neben TKMS auch Rheinmetall, KNDS, Hensoldt, Airbus Defence and Space und Diehl – steigerten ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr im Schnitt um 17 Prozent auf zusammen 35 Milliarden Euro.
Zugleich drängen Start-ups wie Helsing oder Quantum Systems mit KI-gestützten Drohnen zunehmend in den Markt und fordern die etablierten Konzerne heraus.
Die Aktie von TKMS notiert aktuell bei 89,70 Euro und büßte im Tagesverlauf 1,8 Prozent ein, nach einem Schlusskurs von 91,30 Euro am Donnerstag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,4 Prozent, seit Jahresbeginn bleibt mit 36 Prozent aber ein deutliches Plus.
Zum 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, erreicht am 14. August, fehlen derzeit 18 Prozent – ein Abstand, der zeigt, dass die jüngste Diskussion um die Fregatten-Kosten zumindest kurzfristig auf die Stimmung drückt, ohne den langfristigen Aufwärtstrend der Aktie infrage zu stellen.
TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

