Für ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) verdichtet sich der Terminkalender auf ein historisch seltenes Maß. Innerhalb weniger Wochen fallen Entscheidungen über Rüstungsprojekte im zweistelligen Milliardenbereich. Die Voten aus Ottawa, Berlin und Neu-Delhi bestimmen, ob die Werften in Kiel und Wismar für das nächste Jahrzehnt ausgelastet sind.
Fregatten-Poker in Berlin
Ende April endet eine kritische Bewertungsphase für das verzögerte F126-Programm der Bundeswehr. Rheinmetall muss signalisieren, ob der Konzern die Vertragsbedingungen als Generalunternehmer erfüllen kann. Für TKMS birgt dies ein zweischneidiges Risiko. Steigt Rheinmetall erfolgreich ein, sinkt der Bedarf an einer Zwischenlösung erheblich.
Scheitert der Plan, ist die Werft strukturell abgesichert. Der Bundestag hat bereits einen milliardenschweren Rahmen für eine mögliche Alternativlösung mit MEKO-Fregatten bereitgestellt. Parallel dazu sitzt das Unternehmen beim F127-Luftverteidigungsprogramm als einziger Bieter am Tisch. Hier soll der Haushaltsausschuss im Juni über die Finanzierung abstimmen.
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U-Boot-Entscheidungen in Kanada und Indien
Auf internationalem Parkett läuft am 29. April die Frist für das kanadische U-Boot-Programm ab. Ottawa fordert von TKMS und dem südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean überarbeitete Konzepte für das Beschaffungsprojekt. Es geht um ein Volumen von mehr als 24 Milliarden kanadischen Dollar. Die endgültige Wahl wird für den Sommer erwartet.
Indes stehen die Verhandlungen in Indien kurz vor dem Abschluss. Die Kostenfragen für sechs diesel-elektrische U-Boote sind geklärt. Das Projektvolumen liegt bei bis zu neun Milliarden US-Dollar. Da das konkurrierende Konsortium disqualifiziert wurde, verhandelt TKMS mit seinem lokalen Partner als einziges verbliebenes Bieterteam.
Volle Auftragsbücher, schwacher Kurs
Operativ bereitet sich das Management auf die wachsende Auslastung vor. Der Auftragsbestand übersprang zuletzt die Marke von 20 Milliarden Euro. Um die Kapazitäten zu erweitern, fließen dreistellige Millionenbeträge in den Umbau der Werft in Wismar zu einer Hybridproduktionsanlage. Der Produktionsstart ist noch für dieses Jahr geplant.
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An der Börse spiegelt sich die operative Entwicklung derzeit nicht wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 81,00 Euro und verbuchte damit einen Wochenverlust von fast neun Prozent.
Mit dem jüngsten Rücksetzer rutschte der Kurs deutlich unter die wichtige 100-Tage-Linie. Vom Jahreshoch hat sich das Papier mittlerweile um rund 20 Prozent entfernt.
Am 11. Mai präsentiert TKMS die Zahlen für das abgelaufene Quartal. Anleger erhalten dann konkrete Daten, ob sich der Rekordauftragsbestand bereits in steigenden Margen niederschlägt. Spätestens im Juni folgt mit der F127-Abstimmung im Bundestag der nächste harte Katalysator für die Aktie.
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