Torpedotechnologie für Indien, ein autonomes Unterwasserfahrzeug für die Deutsche Marine und ein 37-Milliarden-Euro-Auftrag in Kanada im Anflug — ThyssenKrupp Marine Systems verdichtet seine internationale Aufstellung auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Und das operative Fundament stimmt.
Indien: Vom U-Boot zum Waffensystem
Am 10. März unterzeichnete TKMS in Hyderabad ein Teaming Agreement mit VEM Technologies, einem indischen Rüstungsunternehmen. Der erste Schritt: Produktion eines Schwergewichtstorpedos für die bestehende U-Boot-Flotte der indischen Marine. Mittelfristig ist ein gemeinsames Unternehmen geplant, das den indischen Markt dauerhaft beliefern und neue Exportmärkte erschließen soll.
Das TKMS-Segment Atlas Elektronik übernimmt den Transfer der erforderlichen Technologien und Softwarelizenzen. Dieser Ansatz ist kein Zufall: Indien hat jahrelang Torpedos importiert und versucht seither, durch strenge Beschaffungsrichtlinien mit hohem einheimischen Wertschöpfungsanteil eigene Kapazitäten aufzubauen. Wer dort eine glaubwürdige lokale Lieferkette vorweisen kann, verbessert auch seine Position im laufenden Wettbewerb um sechs konventionelle U-Boote — ein Projekt, für das TKMS gemeinsam mit Mazagon Dock Shipbuilders bereits als Anbieter ausgewählt wurde. Das VEM-Abkommen vertieft diese Verankerung nun auf der Waffensystemebene.
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BlueWhale und ein Auftragsbestand von 20 Milliarden Euro
Ende Februar lieferten TKMS und Israel Aerospace Industries das autonome Unterwasserfahrzeug BlueWhale an die Deutsche Marine aus. Mit 10,9 Metern Länge und 5,5 Tonnen Gewicht ist es das bislang größte unbemannte Unterwasserfahrzeug der Marine — ausgelegt für weiträumige Aufklärung, U-Boot-Abwehr und verdeckte maritime Missionen. TKMS integrierte über Atlas Elektronik ein fortschrittliches Anti-U-Boot-Schleppsonar.
Operativ läuft das Geschäft rund. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg die Bruttomarge auf 17 Prozent, nach 15,2 Prozent zuvor, und der freie Cashflow lag positiv bei 33 Millionen Euro. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose an und erwartet nun ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent. Der Auftragsbestand übersteigt inzwischen 20 Milliarden Euro — mehr als das Dreifache des Niveaus von 2020.
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Trotz dieser Substanz steht die Aktie unter Druck: Mit einem Kurs von 84,35 Euro liegt sie rund 16 Prozent unter dem Jahreshoch von 100,60 Euro und deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Der RSI von 32,4 signalisiert eine überverkaufte Lage.
Kanada und Indien als nächste Weichenstellungen
Zwischen Mai und Juni 2026 entscheidet die kanadische Regierung über den Kauf von zwölf konventionellen U-Booten — ein Auftrag mit einem potenziellen Volumen von bis zu 37 Milliarden Euro. TKMS hat sich mit lokalen Partnerschaften bei CAE und Magellan Aerospace positioniert, um gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean zu bestehen.
Ein noch größeres Abkommen mit Indien auf Regierungsebene wird geprüft; die ursprünglich für Ende März geplante Unterzeichnung verschiebt sich ins neue Fiskaljahr. Am 11. Mai legt TKMS seine nächsten Quartalszahlen vor. Kurz darauf folgt die Ottawa-Entscheidung — zwei Ereignisse, die den strategischen Kurs des Konzerns für die kommenden Jahre konkret bestimmen werden.
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