TKMS baut seine internationale Partnerschaft im U-Boot-Geschäft weiter aus. Der Kieler Marineschiffbauer und der spanische Rüstungskonzern Navantia unterzeichneten am Freitag eine zweite Absichtserklärung, mit der beide Seiten ihre strategische Zusammenarbeit vertiefen wollen. Ziel ist es, gemeinsame Exportchancen zu erschließen und technologische Synergien im Unterwassersegment stärker zu nutzen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Zweite Absichtserklärung als strategisches Signal

Die neue Vereinbarung baut auf einer bereits bestehenden Partnerschaft auf und markiert einen weiteren Schritt in der Internationalisierung des TKMS-Geschäfts. Für Anleger ist die Kooperation vor allem als Bestätigung der Wachstumsstrategie im Exportgeschäft von Bedeutung, weniger als unmittelbarer Umsatztreiber – konkrete Auftragsvolumina nennt die Mitteilung nicht. Dennoch fügt sich der Schritt in ein Bild, das TKMS zunehmend als gefragten Partner im internationalen U-Boot-Sektor zeigt.

Untermauert wird diese Entwicklung durch das Heimatgeschäft. Erst Anfang des Monats hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages den Bau von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU der Klasse 128 genehmigt, bei dem TKMS als Hauptauftragnehmer fungiert. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 6,3 Milliarden Euro, hinzu kommt eine Option auf vier weitere Einheiten im Wert von rund 5,3 Milliarden Euro. Zusammen mit der frischen Navantia-Vereinbarung unterstreicht der Fregatten-Auftrag die Auftragsbasis, auf der TKMS derzeit operiert.

Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen

Am Rüstungsmarkt bewerten Analysehäuser die Aktie derzeit uneinheitlich. Die Deutsche Bank bestätigte am Freitag ihre Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 110,00 Euro. Analyst Sriram Krishnan erwartet für das dritte Geschäftsquartal eine solide Projektabwicklung, verweist zugleich aber auf die im Schiffbau üblichen Schwankungen bei Fertigungsfortschritten.

Zurückhaltender äußerte sich Bernstein Research am Mittwoch: Die Analysten beließen ihre Einstufung bei „Market-Perform“ und setzten das Kursziel bei 76,00 Euro an. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Bernstein mit einer EBIT-Marge von rund 7 Prozent. Die Spanne zwischen den beiden Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich die Wachstumsstory und die operative Margenentwicklung von TKMS derzeit eingeschätzt werden.

Kurs bewegt sich seitwärts nach starkem Jahresverlauf

An der Börse hat sich die Aktie zuletzt beruhigt. Am Freitag schloss das Papier bei 81,00 Euro und bewegt sich damit weiterhin deutlich über dem Niveau, mit dem TKMS ins Jahr gestartet ist – seit Jahresbeginn steht ein Plus von 22,36 Prozent zu Buche. Vom Rekordhoch aus Mitte Oktober ist der Kurs allerdings gut ein Viertel entfernt, der Abstand beträgt 24,00 Prozent.

Diese Konsolidierung nach der starken Rally seit dem Börsengang im Oktober vergangenen Jahres, als der Mutterkonzern ThyssenKrupp die Abspaltung vollzog und dabei eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent behielt, dürfte auch mit der hohen Schwankungsbreite der Aktie zusammenhängen. Für Anleger bleibt die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand im In- und Ausland sowie den divergierenden Analystenmeinungen der entscheidende Faktor für die weitere Kursentwicklung – zumal die Navantia-Vereinbarung zeigt, dass TKMS sein internationales Exportgeschäft trotz der jüngsten Kursberuhigung konsequent weiterentwickelt.