TKMS- vs. Leonardo-Aktie: Highflyer fordert Platzhirsch heraus

TKMS stock soars 36% YTD on niche submarine tech, while Leonardo lags despite a Saudi order. We compare the high-growth challenger and the stable giant.

TKMS Aktie
Kurz & knapp:
  • TKMS stock surges 36% YTD to €95.25, trading at a high P/E >50 on explosive order backlog of €18.6B (8.5 years of production).
  • Leonardo stock is flat at €55.38 (-1.6% YTD) with a moderate P/E of 30.5, highlighting its stable, diversified multi-domain business.
  • TKMS holds a near-monopoly in air-independent propulsion (AIP) for submarines, while Leonardo leverages strength in electronics, helicopters, and major programs like GCAP.
  • Market cap disparity is stark: Leonardo valued at €33.2B for institutional safety vs. TKMS at €6.0B as a high-growth, leveraged small-cap.

Der europäische Verteidigungssektor zeigt im Februar 2026 ein gespaltenes Bild. Während sich ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) nach dem Börsengang im Oktober 2025 als agiles Schnellboot im Depot etabliert, wirkt Leonardo S.p.A. wie ein schwerer Flugzeugträger: stabil, aber träge. TKMS notiert heute bei 95,25 Euro und blickt auf eine beeindruckende Rallye von +36 % seit Jahresbeginn zurück. Leonardo hingegen tritt bei 55,38 Euro auf der Stelle (-1,6 %), obwohl heute Morgen ein frischer Auftrag aus Saudi-Arabien gemeldet wurde.

Doch was bedeutet diese Diskrepanz für Anleger? Ist die Bewertung des Börsenneulings TKMS heißgelaufen oder stehen wir erst am Anfang eines maritimen Superzyklus? Und wird der italienische Riese Leonardo an der Börse zu Unrecht vernachlässigt?

David gegen Goliath: Die Ausgangslage

Der Unterschied in der Marktkapitalisierung definiert hier das Risikoprofil. Leonardo bringt als etablierter Multi-Domain-Integrator 33,2 Milliarden Euro auf die Waage und bietet institutionelle Sicherheit. TKMS wirkt mit 6,0 Milliarden Euro dagegen wie ein „Small Cap“ mit Hebelwirkung.

Die Bewertungsschere klafft weit auseinander: Leonardo handelt mit einem für die Branche moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30,5. TKMS hingegen verlangt von Anlegern einen massiven Wachstumsaufschlag – das KGV liegt jenseits der 50er-Marke. Der Markt preist hier bereits aggressive Gewinnsprünge ein, die das Unternehmen erst noch liefern muss.

Spezialist oder Allrounder: Wer hat das bessere Blatt?

Hier prallen zwei völlig unterschiedliche Philosophien aufeinander.

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Leonardo: Die Macht der Diversifizierung
Die Italiener setzen auf Breite. Mit einem Umsatz von prognostizierten 18,6 Milliarden Euro für 2025 kann Leonardo kapitalintensive Großprojekte wie das „Global Combat Air Programme“ (GCAP) stemmen, ohne die Bilanz zu überdehnen. Der strategische Verkauf der Torpedo-Sparte im Januar 2025 an Fincantieri war ein kluger Schachzug: Weg von margenschwachen Bereichen, hin zu profitabler Verteidigungselektronik und Helikoptern. Der heutige Abschluss über vier C-27J Spartan Flugzeuge mit Saudi-Arabien unterstreicht die Exportstärke im Nahen Osten – ein solider, aber kein explosiver Kurstreiber.

TKMS: Der technologische Burggraben
TKMS ist die Wette auf eine Nische. Als Entwickler der U-Boot-Klassen 212CD und 214 hält das Unternehmen fast ein Monopol auf die außenluftunabhängige Brennstoffzellen-Antriebstechnik (AIP). Das ist ein Burggraben, den Luftfahrtkonzerne nicht überwinden können. Das Auftragsbuch ist förmlich explodiert: 18,6 Milliarden Euro Backlog bedeuten eine Produktionsauslastung von 8,5 Jahren. Zum Vergleich: Leonardo hat nur Sichtbarkeit für etwa 2,5 Jahre.

Wachstumstempo: David hängt Goliath ab

Während Leonardo solide verwaltet, schaltet TKMS in den Angriffsmodus. Am 11. Februar hob das Management die Umsatzprognose für 2026 an und erwartet nun ein Wachstum von bis zu 5 %. Besonders spannend: Hohe Anzahlungen aus nordeuropäischen Marineverträgen fluten die Kassen und verbessern die Liquidität massiv.

Anleger honorieren diese Dynamik. TKMS wird als reine Wette auf die Aufrüstung zur See wahrgenommen, während Leonardo als Mischkonzern immer mit einem gewissen Konglomerats-Abschlag kämpft. Die Fantasie liegt eindeutig beim U-Boot-Bauer: Gelingt es TKMS, die Margen von aktuell dünnen 4 % auf die angepeilten 7-8 % zu hieven, würde sich der Gewinn verdoppeln – was das hohe KGV relativieren würde.

Wo lauern die Gefahren?

Kein Rendite-Kick ohne Risiko. Bei TKMS ist die Fallhöhe enorm. Das Unternehmen hängt am Tropf einzelner Großprojekte. Verzögert sich ein Programm wie das norwegisch-deutsche U-Boot-Projekt, bricht der Quartalsumsatz ein. Hier gibt es kein zweites Standbein, das Verluste auffängt.

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Leonardo hingegen ist die „Schlaf-gut-Aktie“. Ein Rekordauftragsbestand von 45 Milliarden Euro und ein solider freier Cashflow von 870 Millionen Euro sichern nach unten ab. Selbst bei Lieferkettenproblemen kann der Konzern durch seine Größe und vertikale Integration besser gegensteuern als der spezialisierte Konkurrent.

Der Zahlen-Vergleich

KennzahlTKMS (Marine-Spezialist)Leonardo (Luftfahrt & Elektronik)Analyse
Kurs (16.02.2026)95,25 €55,38 €TKMS mit starkem Momentum (+36% YTD)
Marktkapitalisierung6,0 Mrd. €33,2 Mrd. €Leonardo ist 5,5x größer
KGV (TTM)> 55x30,5xTKMS extrem teuer bewertet
Auftragsreichweite8,5 Jahre2,5 JahreTKMS bietet langfristige Planungssicherheit
Volatilität (Beta)Hoch (1,4)Mittel (0,8)Leonardo als defensiver Anker
Margen-TrendExpansion erwartet (Ziel 7-8%)Stabil (~12,5% EBITA)TKMS muss Profitabilität beweisen

Fazit: Momentum schlägt Sicherheit – vorerst

In diesem Duell gibt es keinen Sieger nach Punkten, sondern eine klare Richtungsentscheidung für Ihr Depot.

Der Punktsieg geht knapp an TKMS (69/100 Punkte):
Wer bereit ist, Volatilität zu ertragen, findet hier die spannendere Story. Der U-Boot-Superzyklus und die extreme Auftragsreichweite rechtfertigen den spekulativen Aufschlag. Die Aktie ist ein klassischer Momentum-Play: „The trend is your friend.“

Leonardo (67/100 Punkte) bleibt der Qualitäts-Sieger:
Für konservative Anleger ist die italienische Aktie die vernünftigere Wahl. Die Bewertung ist fair, die Bilanz stark und das Geschäftsmodell diversifiziert. Wer ruhig schlafen will und auf Dividenden sowie stetigen Cashflow setzt, bleibt hier investiert.

Strategie: Aggressive Anleger reiten die Welle bei TKMS weiter in Richtung 115 Euro. Konservative Investoren halten Leonardo als Basisinvestment und warten bei TKMS auf Rücksetzer unter 85 Euro, um einen Fuß in die Tür zu bekommen.

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