Mit einer Anhebung der Aktienrückkäufe und langfristigen Produktionszielen bis 2035 hat der französische Energiekonzern TotalEnergies seine mittelfristige Marschroute abgesteckt. Auf einem Investorentag in New York stellte das Management um Konzernchef Patrick Pouyanné gestern die Eckpunkte vor.
Anleger sollen in den kommenden Jahren über steigende Dividenden und milliardenschwere Rückkaufprogramme am operativen Mittelzufluss beteiligt werden, während die Förderung fossiler wie erneuerbarer Energieträger weiter ausgebaut wird.
Im heutigen Handel gibt das Papier des integrierten Energiekonzerns nach. Der Kurs notiert bei 78,00 Euro, was einem Tagesminus von 2,5 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie dennoch ein Plus von 38 Prozent.
Höhere Rückkäufe und Wachstumszusagen bei der Dividende
Für das vierte Quartal 2026 genehmigte der Verwaltungsrat Aktienrückkäufe in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar. Im vorherigen Quartal hatte das Volumen noch bei 1,5 Milliarden US-Dollar gelegen. Für das erste Quartal 2027 stellt die Unternehmensführung weitere Rückkäufe in einer Spanne von 2,0 bis 2,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Zugleich plant das Unternehmen, die reguläre Dividende für die Geschäftsjahre 2026 bis 2030 jährlich um mehr als 5 Prozent anzuheben. Insgesamt sollen mindestens 40 Prozent des Cashflows an die Anteilseigner zurückfließen.
Parallel dazu peilt TotalEnergies eine spürbare Entschuldung an: Der Verschuldungsgrad, der Ende Juni 2026 noch bei 13,1 Prozent lag, soll bis zum Jahresende unter die Marke von 10 Prozent sinken.
Der Spagat zwischen umfangreichen Ausschüttungen und der Konsolidierung der Bilanz stieß in ersten Marktreaktionen auf Zustimmung. Die kanadische Bank RBC stufte TotalEnergies mit „Outperform“ und einem Kursziel von 85 Euro ein. Analyst Biraj Borkhataria betonte, dass der Konzern die Balance zwischen Ausschüttungen und Schuldenabbau halte, was zu einer nachhaltigen Aufstellung beitrage.
Ausbau der Kohlenwasserstoffe und Stromerzeugung
Auf der operativen Seite rechnet TotalEnergies bis 2030 bei gleichbleibenden Energiepreisen mit einem Zuwachs des freien Cashflows um rund 10 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Jahr 2025. Das entspricht mehr als 4 US-Dollar je Aktie. Die gesamte Energieproduktion soll im selben Zeitraum um 4 Prozent jährlich zulegen.
Für das Segment Öl und Gas plant das Management zwischen 2025 und 2030 ein durchschnittliches Förderwachstum von über 3 Prozent pro Jahr. Gestützt auf Reserven von mehr als 12 Produktionsjahren soll das Fördervolumen bis 2035 bei etwa 3 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag liegen.
In der Periode von 2030 bis 2035 wird ein weiteres Plus von jährlich 2 bis 3 Prozent angestrebt. Flankiert wird der Hochlauf von Upstream-Vorhaben unter anderem im Kaspischen Meer, wo das Unternehmen am vergangenen Wochenende zusammen mit SOCAR und XRG die finale Investitionsentscheidung für die Vollfeldentwicklung des Absheron-Gasfelds traf.
Zugleich investiert TotalEnergies weiter in den Ausbau kohlenstoffärmerer Energiequellen. Die Stromerzeugung soll bis 2030 mit Zuwachsraten von über 20 Prozent pro Jahr auf 100 bis 120 Terawattstunden steigen.
Der Stromanteil am gesamten Energiemix des Konzerns soll dadurch von 20 Prozent im Jahr 2030 auf 25 Prozent im Jahr 2035 klettern. Für die Sparte Integrated Power peilt das Management für das laufende Jahr den Cashflow-Break-even an, gefolgt von einem positiven Mittelzufluss im Jahr 2027 und einer Kapitalrendite von 12 Prozent bis 2030. Die jährlichen Nettoinvestitionen sollen im Zeitraum von 2027 bis 2032 zwischen 14 und 17 Milliarden US-Dollar liegen.
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