Heute gaben TotalEnergies und der italienische Energiekonzern Eni die endgültige Investitionsentscheidung (FID) für die Entwicklung des Cronos-Gasfeldes bekannt. Das Projekt im Block 6 vor der Küste Zyperns gilt als zentraler Baustein für die künftige Energieunabhängigkeit Europas. Das Feld, das im Jahr 2022 entdeckt und zwei Jahre später abschließend bewertet wurde, enthält Schätzungen zufolge mehr als 3 Billionen Kubikfuß Erdgas.

Der Entwicklungsplan sieht vier Unterwasserbohrungen vor, die über eine neu zu errichtende Pipeline mit der bestehenden Infrastruktur in Ägypten verbunden werden. Dort erfolgt die Verarbeitung in den Zohr-Anlagen und die anschließende Verflüssigung im Damietta-Werk. Die Partner streben einen Produktionsstart für das Jahr 2028 an. Geplant ist ein Förderplateau von rund 500 Millionen Kubikfuß pro Tag, was einer jährlichen Menge von etwa 2,8 Millionen Tonnen Flüssigerdgas (LNG) entspricht. TotalEnergies wird die Hälfte dieser Menge selbst vermarkten. Der zyprische Energieminister Damianos bezeichnete das Vorhaben als historischen Meilenstein für die Gaswirtschaft des Landes.

Widerstand gegen Pariser Klima-Urteil

Abseits der operativen Fortschritte beschäftigt sich die Konzernführung mit juristischen Auseinandersetzungen in der Heimat. Gestern legte TotalEnergies Berufung gegen eine Entscheidung des Pariser Gerichtshofs vom 25. Juni ein. Das erstinstanzliche Urteil hatte das Unternehmen dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen seiner Kunden (Scope 3) zwingend in den nationalen Sorgfaltsplan aufzunehmen. Der Konzern argumentiert jedoch, dass das französische Gesetz von 2017 zur Sorgfaltspflicht keine Kontrolle über die Nutzung der verkauften Produkte durch Endverbraucher vorsehe.

In der Berufungsbegründung verweist TotalEnergies darauf, dass die Verantwortung für den Klimaschutz primär bei den Staaten liege. Auch das Ministerium für Justiz hatte im Vorfeld die Ansicht geteilt, dass die Ausweitung der Haftung auf Kundenaktivitäten nicht vom Gesetzgeber beabsichtigt war. Das Urteil ist trotz der Berufung vorläufig vollstreckbar, was dem Unternehmen eine Frist von sechs Monaten einräumte, um den Plan anzupassen. Die Emissionen der Kategorie 11 des Scope 3 beliefen sich im Jahr 2025 auf insgesamt 335 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Rückkaufprogramme stützen den Aktienkurs

An der Börse notiert die Aktie heute bei 74,62 Euro, was einem Zuwachs von 32,47 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Die Marktkapitalisierung des Energiekonzerns liegt aktuell bei 129,29 Milliarden Euro. Unterstützung erhält der Kurs durch umfangreiche Kapitalrückführungen. Heute wurde bekannt, dass das Unternehmen zwischen dem 20. und 24. Juli insgesamt 1.452.951 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 73,97 Euro zurückerworben hat. Das Volumen dieses Teilprogramms beläuft sich auf 107,5 Millionen Euro.

Zusätzlich informierte der Konzern über die Einziehung von insgesamt rund 100,5 Millionen Aktien, die aus früheren Rückkäufen stammten. Diese Kapitalherabsetzung erfolgte in drei Phasen zwischen September 2025 und April 2026. Die Analysten von Berenberg bestätigten unterdessen ihre Einstufung für das Papier mit „Hold“ und riefen ein Kursziel von 78 Euro auf. Die Experten verwiesen darauf, dass nach den jüngsten Quartalszahlen insbesondere im dritten Geschäftsquartal mit einer Erholung im integrierten Gasgeschäft zu rechnen sei.