Toyota hebt die Gewinnprognose kräftig an, kappt aber zugleich das Absatzziel. Die Anleger störte das kaum: Der Kurs sprang zeitweise um rund 14 Prozent nach oben.

Prognose deutlich über Plan

Das operative Ergebnis soll im laufenden Geschäftsjahr 3,9 Billionen Yen erreichen, umgerechnet etwa 21,9 Milliarden Euro. Bisher hatte der Konzern 3,4 Billionen Yen eingeplant. Für den Nettogewinn rechnet Toyota jetzt mit 3,57 Billionen Yen, zuvor standen 3,25 Billionen im Plan.

Die Japaner erklären den Schritt damit, dass sie gestiegene Materialkosten und Produktionsstopps nach Erdbeben und Überschwemmungen in den Griff bekommen haben. Rückenwind liefern außerdem der schwache Yen und die anhaltende Nachfrage nach Hybridantrieben.

Beim Umsatz fällt die Prognose dagegen etwas niedriger aus. Toyota erwartet nun gut 53,5 Billionen Yen, nach zuvor 54 Billionen. Der weltweite Absatz soll bei knapp 11 Millionen Fahrzeugen liegen statt bei knapp 11,2 Millionen.

Halbjahreszahlen schlagen die Erwartungen

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 9,5 Prozent auf knapp 27 Billionen Yen, bei nahezu stabilem Absatz. Das operative Ergebnis wuchs um 9,2 Prozent auf 2,19 Billionen Yen. Die Marge hielt sich bei 8,1 Prozent.

Unter dem Strich legte der Gewinn um 26,1 Prozent auf 2,24 Billionen Yen zu. Analysten hatten weniger erwartet. Auch das zweite Quartal übertraf die Schätzungen: Der Gewinn je US-Aktie lag bei 4,12 Dollar, rund 35 Cent über der Prognose.

Zollhoffnung treibt zusätzlich

Die Aktie hatte schon vor den Zahlen zugelegt. Marktteilnehmer spekulierten nach den US-Zwischenwahlen auf weniger Zollgegenwind aus den USA, einem für Toyota zentralen Absatzmarkt. In Tokio notierte das Papier zuletzt bei 3.485 Yen, im nächtlichen US-Handel stieg der ADR um knapp 11 Prozent auf 221 Dollar.

Die angehobene Prognose gilt trotzdem weiter für ein Geschäftsjahr, in dem der Gewinn unter dem Vorjahr bleibt. Beim Nettoergebnis erwartet Toyota ein Minus von 7,2 Prozent, beim operativen Ergebnis dagegen ein Plus von 3,6 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch mit einem Rückgang von 9,7 Prozent beim operativen Ergebnis gerechnet.