Trotz ungelöster Handelskonflikte und geopolitischer Reibungen demonstrieren die USA und China demonstrative Einigkeit. US-Präsident Donald Trump stellte das Verhältnis beider Länder bei einem Staatsbankett im Weißen Haus als besser denn je dar. Begleitet wurde das Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping von Spitzenvertretern der weltgrößten Technologie- und Finanzkonzerne.

Freundliche Gesten trotz langer Streitliste

Die Inszenierung im Weißen Haus setzte auf persönliche Harmonie. Man sei sich bewusst, unterschiedliche Systeme zu vertreten, betonte Trump in seiner Ansprache. Die Bande zwischen den Völkern bestünden jedoch fort und man habe sich noch nie so gut verstanden wie gegenwärtig. Zur Untermalung überreichte der US-Präsident eine Skulptur eines Weißkopfseeadlers als Staatsgeschenk.

Die politische Realität bleibt anspruchsvoll. Xi reiste am Mittwoch zu einem dreitägigen Besuch an. Die Liste der Konfliktthemen zwischen beiden Regierungen reicht von der Regulierung Künstlicher Intelligenz über schwelende Handelskonflikte bis hin zu Pekings Verbindungen nach Russland und in den Iran.

Silicon Valley und Wall Street am Dinnertisch

Aufschlussreich war vor allem die Gästeliste des Abends. Zahlreiche Spitzenmanager aus dem Silicon Valley folgten der Einladung nach Washington:

  • Jensen Huang (Nvidia), Lisa Su (AMD) und Tim Cook (Apple)
  • Mark Zuckerberg (Meta), Satya Nadella (Microsoft) und Sundar Pichai (Google)
  • Sam Altman (OpenAI) sowie Elon Musk (SpaceX)

Flankiert wurde die Runde von führenden Vertretern der US-Finanzindustrie wie Larry Fink von BlackRock, Jane Fraser von Citigroup und Jamie Dimon von JPMorgan Chase. Auf chinesischer Seite nahmen unter anderem Handelsminister Wang Wentao und Finanzminister Lan Fo’an an den Gesprächen teil. Auf US-Seite saßen Finanzminister Scott Bessent sowie Handelsminister Howard Lutnick mit am Tisch.

Der Staatsbesuch endet am heutigen Freitag. Das demonstrativ harmonische Auftreten im Weißen Haus räumt die tiefen strukturellen Differenzen in Zoll- und Technologiefragen zwar nicht ab, signalisiert den internationalen Märkten aber einen offenen Gesprächskanal auf höchster Ebene.