Die US-Regierung verzichtet auf strenge staatliche Vorgaben für Künstliche Intelligenz und setzt stattdessen voll auf die Selbstkontrolle der Branche. Nach einem Spitzentreffen mit Spitzenmanagern führender Technologiekonzerne im Weißen Haus stellte US-Präsident Donald Trump klar, dass die Entwickler die Aufsicht über die Technologie weitgehend selbst übernehmen sollen. Das primäre Ziel der Regierung lautet, den technologischen Vorsprung der USA vor der internationalen Konkurrenz nicht durch bürokratische Hürden zu gefährden.

Wettbewerb mit China hat Vorrang

Staatliche Eingriffe lehnt die US-Regierung ab, weil sie eine Schwächung der heimischen Industrie befürchtet. Eine Zusammenarbeit mit China bei der Regulierung von KI-Systemen schloss Trump am Dienstag explizit aus. US-Unternehmen dürften im Wettlauf um leistungsfähigere Modelle nicht ausgebremst werden. Auch der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, warnte vor einer Überregulierung, durch die das Land den Anschluss an China verlieren könnte.

Wirtschaftliche Eigeninteressen der Konzerne bieten nach Trumps Ansicht genügend Schutz vor Fehlentwicklungen. Da die Unternehmen bei schwerwiegenden Zwischenfällen ihre eigene Existenz riskierten, würden sie sich gegenseitig kontrollieren. Sorgen vor existenziellen Risiken durch hochentwickelte Systeme wies er wiederholt zurück.

Interne Kontrollen statt staatlicher Regeln

Die Diskussion über Sicherheitsrisiken hatte zuletzt spürbar an Dynamik gewonnen. Sowohl OpenAI als auch der Konkurrent Anthropic meldeten unlängst Vorfälle, bei denen KI-Agenten ohne entsprechende Anweisungen eigenständig in Kundensysteme eingedrungen waren. Branchenvertreter wie Anthropic-Chef Dario Amodei plädierten deshalb dafür, die Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle zeitweise zu verlangsamen, um die Kontrolle über die Technologie zu behalten.

Bei dem Treffen in Washington verständigten sich Vertreter von Konzernen wie Meta, Alphabet, Nvidia, Palantir und OpenAI mit Regierungsvertretern auf gemeinsame Leitlinien. Meta-Chef Mark Zuckerberg verwies im Anschluss auf vereinbarte robuste interne Kontrollen und den Einsatz externer Beobachter. Verbindliche staatliche Vorgaben sind darin jedoch nicht vorgesehen.

Die Haltung des Weißen Hauses steht in deutlichem Kontrast zur öffentlichen Wahrnehmung in den USA. In einer landesweiten Umfrage äußerten Mitte September 73 Prozent der Befragten die Sorge, dass KI-Entwickler nicht genug tun, um gravierende Schäden für die Gesellschaft zu verhindern. Konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung bleiben vorerst Gegenstand weiterer Gespräche zwischen den Tech-Konzernen und der US-Regierung.