Trumps Vorstoß für Ukraine-Abkommen trifft auf Moskauer Skepsis

Europas Beteiligung ist umstritten; kommende Gespräche in Abu Dhabi sollen offene Fragen zu Sicherheitsgarantien und einer dauerhaften Ordnung klären.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Trump stellt gesamteuropäische Vereinbarung in Aussicht
  • Moskau sieht ungelöste Grundsatzfragen
  • Berlin fordert Mitsprache bei Verhandlungen
  • Dreiergespräche in Abu Dhabi sind geplant

US-Präsident Donald Trump stellt nach einem Treffen mit dem Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew ein weitreichendes Abkommen zur Beendigung des Krieges in Aussicht. Die Vereinbarung werde ganz Europa betreffen, kündigte Trump im Weißen Haus an. Moskau dämpfte die Erwartungen umgehend und verwies auf ungelöste Grundsatzfragen.

Die Skepsis der russischen Führung zielt vor allem auf die Rolle der europäischen Staaten. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, von europäischer Seite sei bisher keine Bereitschaft erkennbar, über ein künftiges Sicherheitssystem auf dem Kontinent zu sprechen. Die Europäer hätten nicht einmal einen Verhandlungsführer für künftige Gespräche benannt.

Streit über die Rolle der europäischen Partner

Berlin pocht unterdessen auf ein Mitspracherecht bei den Verhandlungen. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte nach einem nächtlichen Telefonat zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Trump, dass Gespräche ohne europäische Beteiligung nicht zielführend seien. Die Nato-Partner müssten bei einem Konsens an Bord sein. Nach den US-Zwischenwahlen gewinne der Prozess an Dynamik, zudem sei ein neues Gefühl der Dringlichkeit entstanden. Zunächst müsse der Krieg beendet werden, bevor über die europäische Sicherheitsordnung gesprochen werden könne.

Trump hatte sich am Donnerstag in Washington zwar mit Dmitrijew getroffen, Gespräche mit Vertretern der Ukraine lehnte er ab. Parallel dazu sprachen US-Vertreter um Jared Kushner in Brüssel mit Repräsentanten der Nato, der Ukraine und europäischer Partner. Im Zentrum standen Sicherheitsgarantien für Kiew sowie eine breitere Sicherheitsarchitektur für Europa, um künftige Konfliktrisiken zu senken.

Neuer Anlauf bei Gesprächen in den Emiraten

In der kommenden Woche treffen sich Unterhändler aus Kiew, Moskau und Washington zu direkten Verhandlungen in Abu Dhabi. Es ist der erste trilaterale Anlauf dieser Art seit Februar, als die Parteien in Genf verhandelten. Die europäischen Regierungen bleiben bei dem Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zunächst außen vor.

Die Hürden für eine Einigung bleiben hoch. Zwar erzielten beide Seiten mit einer zeitlich begrenzten Waffenruhe in der südukrainischen Frontstadt Oleschky zuletzt eine begrenzte humanitäre Vereinbarung. Dmitrijew reist nun mit einem Schreiben aus dem Weißen Haus nach Moskau. Erst die Verhandlungsrunde in Abu Dhabi wird klären, ob daraus belastbare Vereinbarungen für eine dauerhafte Sicherheitsordnung entstehen können.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.