Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) zieht die Kosten für seine Kunden deutlich an. Ab dem 1. Januar 2027 will der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter die Preise über alle Fertigungsknoten hinweg um bis zu zehn Prozent anheben. Grund ist die anhaltend starke Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz, die inzwischen gleichzeitig Logikfertigung, Speicher und Packaging verteuert. Nvidia könnte laut Marktbeobachtern von Jon Peddie Research effektiv eine Preissteigerung von über 20 Prozent zu spüren bekommen, bei AMD werden fünf bis zehn Prozent erwartet. Auch Wettbewerber wie Samsung, UMC und Vanguard haben ihre Preise bereits angepasst.

Rekordgewinn trotz teurer US-Expansion

Die Preiserhöhung fällt in eine Phase, in der TSMC operativ glänzt, aber margentechnisch unter Druck gerät. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Gewinn im Jahresvergleich um 77,4 Prozent, die Bruttomarge lag bei 67,7 Prozent. Der Umsatz erreichte 39,89 Milliarden US-Dollar, der Gewinn je Aktie 4,28 US-Dollar. Zugleich erhöhte das Unternehmen seine Quartalsdividende um 17 Prozent auf 1,1136 US-Dollar. Belastend wirkt jedoch die forcierte Fertigung in den USA: Der Finanzchef rechnet durch die amerikanischen Werke mit einer Margenverwässerung von zwei bis vier Prozentpunkten, da Chips aus US-Produktion zwischen 20 und 50 Prozent teurer sind als jene aus Taiwan. Diese Mehrkosten werden nach Unternehmensangaben an die Kunden weitergereicht – ein Zusammenhang, den auch die angekündigte Preiserhöhung ab 2027 widerspiegelt.

Am Markt bekam die Aktie diese Gemengelage zuletzt zu spüren. Der Schlusskurs fiel am Donnerstag um 1,63 Prozent auf 363,00 Euro und liegt damit 13,67 Prozent unter dem am 1. Juli 2026 markierten 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro. Der Rückgang reiht sich in eine breitere Verunsicherung der Technologiebranche ein: Nachdem Alphabet seine Investitionspläne für 2026 auf bis zu 205 Milliarden US-Dollar angehoben und dabei einen negativen freien Cashflow ausgewiesen hatte, gerieten am 23. Juli zahlreiche Technologie- und Chipwerte unter Druck. Am Folgetag rutschten auch asiatische Halbleiterwerte wie Samsung und SK Hynix in Seoul um rund sieben Prozent ab, während in Tokio Zulieferer wie Tokyo Electron und Advantest deutliche Verluste verzeichneten.

Zusätzliche 100 Milliarden Dollar für Arizona

Ungeachtet der Kostenlast baut TSMC sein US-Engagement weiter aus. Das Unternehmen kündigte eine zusätzliche Investition von 100 Milliarden US-Dollar für den Standort Arizona an, womit sich die Gesamtzusage für die amerikanische Chipfertigung auf 265 Milliarden US-Dollar summiert. Geplant sind insgesamt zwölf Fabriken, vier davon neu. Die erste Anlage in Arizona läuft bereits seit dem vierten Quartal 2024 in der Massenproduktion und wird durch eine Förderung von 6,6 Milliarden US-Dollar aus dem CHIPS Act unterstützt. Firmenchef C.C. Wei begründete die Ausbaupläne mit einer robusten Nachfrage nach KI-Chips, die er bis in die Jahre 2029 und 2030 hinein erwartet. Parallel macht das Unternehmen Fortschritte beim kommenden A14-Fertigungsprozess, während für Arizona bereits eine Erweiterung um die AI6.5-Technologie auf 2-Nanometer-Basis vorgesehen ist.

Auftragsbuch bis 2027 gefüllt

Auch auf der Kundenseite zeigt sich die hohe Auslastung. TSMC hat nach Berichten Aufträge in der 3-Nanometer-Fertigung bereits bis ins Jahr 2027 gesichert. Samsung setzt für seine faltbaren Smartphones mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 auf den N3P-Prozess von TSMC. Tesla wiederum lässt seinen KI-Chip AI5 in 3-Nanometer-Technik fertigen, der ab Mitte 2027 in Serie für den humanoiden Roboter Optimus sowie autonome Fahrzeuge produziert werden soll. An der Wall Street bleibt die Einschätzung trotz der jüngsten Kursschwäche überwiegend positiv: Von 16 erfassten Analystenstimmen votieren drei für „Strong Buy“ und elf für „Buy“, nur zwei stufen die Aktie mit „Hold“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 490 US-Dollar, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 30.