TSMC beschleunigt sein Tempo beim Ausbau der modernsten Chip-Generation. Trotz eines schweren Erdbebens in Japan erreicht der Konzern seine Produktionsziele Monate früher als geplant. Die ungebrochene Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz treibt die Kapazitäten an ihre Grenzen.

Schnelle Rückkehr nach dem Beben

Das Werk in Kumamoto läuft wieder unter Volllast. Zuvor legte ein Erdbeben der Stärke 7,1 die Produktion kurzzeitig lahm. Dank der schnellen Zusammenarbeit mit regionalen Zulieferern endete der Stillstand innerhalb weniger Tage.

Parallel dazu spendet TSMC rund 250 Millionen Yen für den Wiederaufbau in der Region. Die Fabrik gilt als zentraler Baustein für die globale Strategie des Konzerns. Ein zweiter Standort für die 3-Nanometer-Fertigung ist dort bereits im Bau.

Produktion erreicht Meilenstein vorzeitig

Der Halbleiter-Riese schaltet bei der 3-Nanometer-Technik einen Gang höher. Bis zum frühen vierten Quartal 2026 soll der Ausstoß auf monatlich 180.000 Wafer steigen. Marktbeobachter hatten dieses Ziel erst zwei bis drei Monate später erwartet.

Grund für das hohe Tempo sind Aufträge von Nvidia, AMD und Broadcom. Diese Unternehmen benötigen die Chips für ihre neue Generation an KI-Hardware. Im ersten Halbjahr lag die Produktion noch bei rund 150.000 Einheiten pro Monat.

Strategische Preiserhöhungen geplant

TSMC nutzt seine starke Marktstellung für Preisanpassungen. Ab Beginn des kommenden Jahres sollen die Gebühren für High-End-Chips um fünf bis zehn Prozent steigen. Das Management bezeichnet diesen Schritt als notwendig für die langfristige Stabilität.

Die Kosten für die Expansion bleiben gewaltig. Allein im Geschäftsjahr 2026 investiert TSMC bis zu 64 Milliarden Dollar in neue Anlagen. Auch in Arizona geht der Ausbau voran, um ab 2027 modernste Chips in den USA zu fertigen.

Anleger reagierten positiv auf die operativen Fortschritte. Die Aktie kletterte am Dienstag auf 362,00 Euro. Damit summiert sich das Plus seit Jahresbeginn auf rund 40 Prozent.

Mittlerweile trägt der 3-Nanometer-Bereich fast 30 Prozent zum gesamten Wafer-Umsatz bei. Das Management geht davon aus, dass der KI-Boom bis zum Ende des Jahrzehnts anhält. In den kommenden Wochen startet bereits die Installation der Maschinen für die zweite Fabrik in Arizona.