Die Aktie von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) erlebte am Mittwoch eine Achterbahnfahrt. Nachdem der Kurs im frühen Handel ein neues 52-Wochen-Hoch bei 420,50 Euro erreicht hatte, drehte er ins Minus. Aktuell notiert der Chip-Riese bei 392,00 Euro – ein Minus von 6,44 Prozent zum Vortag.

Auslöser der Kehrtwende: Während der Handel in Taipeh noch von massiven Käufen gestützt wurde, setzten Anleger in den USA und Europa auf Gewinnmitnahmen. Die Bank of America warnte vor „Blasenrisiken“ im KI-Sektor und löste damit eine breite Sektor-Korrektur aus.

Nomura sieht Luft bis 2028

Doch die fundamentalen Perspektiven bleiben intakt. Die Investmentbank Nomura hob ihr Kursziel für TSMC von umgerechnet 2.820 auf 3.425 Taiwan-Dollar an. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 46 Prozent.

Die Analysten begründen ihren Schritt mit einem verlängerten KI-Superzyklus. Anders als viele Marktteilnehmer erwarten sie den Höhepunkt der KI-Infrastruktur-Investitionen erst im Jahr 2028. Treiber seien die ungebremsten Ausgaben der großen Cloud-Anbieter sowie der Ausbau globaler Rechenzentren von 240 auf 280 Einheiten. Die Zahl der „Gigawatt“-Großprojekte steigt demnach auf 50.

Ein zentraler Hebel bleibt die CoWoS-Fertigung. Nomura sieht in der Engpass-Technologie einen entscheidenden Faktor für TSMCs Preismacht. Aktuell produziert der Konzern 1,8 Millionen dieser fortschrittlichen Einheiten – knapp unter dem Ziel von 2 Millionen.

Quartalszahlen als Gradmesser

Spannend wird es am 16. Juli. Dann legt TSMC seine Quartalszahlen vor und hält die Investorenkonferenz ab. Analysten erwarten einen Rekordgewinn je Aktie zwischen 25 und 26 Taiwan-Dollar.

Im Fokus stehen vor allem sechs Punkte: der Ausblick auf das dritte Quartal, mögliche Anhebungen der Investitionsausgaben und der Fortschritt bei den 2nm-Prozesstechnologien. Die Investitionen in diese Chips der nächsten Generation liegen Schätzungen zufolge zwischen 52 und 56 Milliarden Dollar.

Kurz gesagt: die KI-Nachfrage wächst weiter rasant – 78 Prozent mehr KI-Server für 2026 erwartet. Das schafft Druck auf die Margen, aber auch eine solide Basis für weiteres Wachstum. Die aktuelle Korrektur ist kein Signal fürs Ende des Booms. Sondern eher ein Ausdruck der Nervosität nach einer Rallye, die den Aktienkurs seit Jahresbeginn um 43,59 Prozent steigen ließ.